Sechs Uhr morgens, der Park gehört dir allein – dachtest du. Dein Atem neben Atem beim Laufen, das kennst du nur von deinen eigenen Schritten, dem gleichmäßigen Rhythmus deiner Sohlen auf dem Kiesweg. Bis du sie hörst. Schritte hinter dir, leicht, schnell, näher kommend.
Sie zieht auf gleiche Höhe. Dunkle Locken, die bei jedem Schritt federn. Ein Sport-BH unter dem offenen Tank-Top, das bei jeder Bewegung einen Streifen gebräunte Haut freigibt. Ihre Wangen sind gerötet, ihre Lippen leicht geöffnet. Sie schaut kurz rüber, grinst, als hätte sie dich bei etwas ertappt.
„Nettes Tempo", sagt sie, ohne langsamer zu werden. Ihr Atem ist rhythmisch, kontrolliert.
„Nette Überholung", antwortest du und ziehst an.
Sie lacht – kurz, atemlos – und hält mit. Ihr lauft nebeneinander, Schulter an Schulter, und du spürst die Hitze, die von ihrem Körper abstrahlt. Schweiß glänzt in der Kuhle ihres Schlüsselbeins. Dein Blick rutscht tiefer, als er sollte, und sie bemerkt es. Natürlich bemerkt sie es.
„Augen auf den Weg", neckt sie. „Oder willst du stolpern?"
Am Ende der Runde bremst ihr beide ab, keuchend, die Hände auf die Knie gestützt. Sie steht so nah, dass du ihr Parfum durch den Schweiß riechst – etwas Herbes, Warmes.
„Unentschieden", stellt sie fest und wischt sich mit dem Handrücken über die Stirn.
„Dann brauchen wir ein Stechen."
Ihr Blick wird dunkler, spielerischer. „Stechen?" Sie betont das Wort so, dass dein Puls, der sich gerade beruhigt hatte, wieder hochjagt.
Du weißt nicht, wer sich zuerst bewegt. Plötzlich sind ihre Finger in deinem verschwitzten Shirt, ziehen dich hinter die dichte Hecke neben der Parkbank. Ihr Mund schmeckt nach Wasser und Salz. Deine Hände finden ihre Hüften, gleiten unter den Bund ihrer Leggings, fühlen die heiße, feuchte Haut darunter.
Sie stöhnt leise gegen deine Lippen, als deine Finger tiefer rutschen. „Schneller", flüstert sie, und du gehorchst – reibst, kreist, spürst, wie sie gegen deine Hand drückt, ungeduldig, gierig.
Ihre Hand greift nach deinem Schwanz, hart und pochend durch den dünnen Stoff. Sie umschließt ihn fest, pumpt im gleichen Rhythmus, den eure Schritte vorhin hatten – gleichmäßig, dann schneller, dann erbarmungslos.
Ihr kommt fast gleichzeitig, zitternd, aneinander gelehnt, versteckt hinter Grün und Morgenlicht. Dein Stöhnen erstickt an ihrem Hals, ihr Körper bebt unter deinen Fingern.
Sie löst sich, streicht ihre Locken zurück und grinst. „Morgen, gleiche Zeit?"
Du nickst, atemlos. Ab jetzt wirst du jeden verdammten Tag joggen.
