
Die Nacht hat die Algarve verschluckt. Kein Mond. Nur das Rauschen des Atlantiks und der warme Wind, der nach Salz und wildem Thymian schmeckt. Du hattest dir Sex in Portugal anders vorgestellt – ein Hotelzimmer vielleicht, weiße Laken, Klimaanlage. Nicht das hier. Nicht diesen verborgenen Strandabschnitt unter den Sandsteinklippen, wo das Licht des fernen Leuchtturms alle paar Sekunden über den Sand streicht wie ein suchender Finger.
Sie heißt Mariana. Du hast sie vor drei Stunden in einer Bar in Lagos getroffen. Dunkle Locken, die ihr in die Stirn fielen. Ein Kleid, das an ihrem Körper klebte wie eine zweite Haut. Ihre Augen – fast schwarz in dem schummrigen Licht – hatten dich fixiert, während sie an ihrem Glas nippte. Sie sprach leise. Jedes Wort ein Geheimnis, das nur für dich bestimmt war. Ihr Akzent machte selbst banale Sätze zu etwas Obszönem.
„Ich kenne einen Strand, den niemand kennt."
Jetzt stehst du vor ihr. Sand unter deinen nackten Füßen. Sie streift sich die Träger von den Schultern. Das Kleid fällt. Darunter nichts. Nur sie. Ihre Haut schimmert dunkel im schwachen Licht. Die Kurven ihres Körpers zeichnen sich ab wie die Klippen über euch – weich und schroff zugleich.
Du greifst nach ihrer Hüfte. Ziehst sie an dich. Ihr Mund schmeckt nach Portwein und Salz. Ihre Zunge findet deine, fordernd, hungrig. Ihre Finger öffnen deinen Gürtel, ziehen dich frei. Sie umschließt dich, fest, und ein Laut entweicht dir, den die Brandung sofort verschluckt.
Ihr sinkt in den warmen Sand. Sex am Strand – rau und echt. Kein weiches Bett, keine Romantik aus dem Reiseprospekt. Nur Haut auf Haut, Sand an den Knien, das Meer, das euch die Füße leckt. Du spreizt ihre Schenkel, schiebst dich in sie. Sie stöhnt, tief und kehlig, krallt ihre Finger in deinen Rücken.
Du fickst sie langsam. Quälend langsam. Spürst, wie sie sich um dich zusammenzieht, wie ihr Becken dir entgegenkommt. Der Leuchtturm streift über euch hinweg. Für einen Moment siehst du ihr Gesicht – Augen geschlossen, Lippen geöffnet, purer Genuss. Dann wieder Dunkelheit.
Schneller jetzt. Härter. Sie schlingt ihre Beine um dich, zieht dich tiefer. „Não para", flüstert sie. Hör nicht auf. Ihr Atem wird zu kurzem Keuchen, ihre Nägel hinterlassen Spuren auf deiner Haut. Du spürst, wie sie kommt – ein Zittern, das durch ihren ganzen Körper rollt wie die Wellen neben euch. Ihr Stöhnen ist laut, schamlos, frei. Es reißt dich mit. Du vergräbst dich tief in ihr und lässt los.
Danach: Stille. Nur euer Atem und das Meer. Sie liegt auf deiner Brust. Ihre Finger zeichnen träge Muster auf deine Haut. Der Sand klebt überall. Es ist dir egal.
Das Meer rauscht. Der Leuchtturm dreht sich weiter. Die Nacht gehört euch.
