
Du hast nicht erwartet, dass Sex in Russland so beginnen würde – mit einem verschütteten Drink und einem Lachen, das dir den Atem nimmt. Die Bar liegt versteckt in einer Moskauer Seitenstraße, rotes Samtlicht, schwerer Bass, Wodkaflaschen wie Skulpturen hinter dem Tresen. Draußen liegt Schnee. Drinnen ist es heiß.
Sie sitzt zwei Hocker weiter. Dunkle Haare, die über eine Schulter fallen. Grüne Augen, die dich mustern, als wärst du ein Rätsel, das sie lösen will. Als du dein Glas umstößt und der Drink über den Tresen rinnt, hebt sie eine Augenbraue. „Nervös?", fragt sie auf Englisch mit diesem rauchigen russischen Akzent.
„Nur beeindruckt", sagst du und deutest auf sie. Sie lacht – leise, tief – und rückt einen Hocker näher. Ihr Knie berührt deins. Sie lässt es dort.
Ihr Name ist Daria. Sie erzählt dir von ihrem Job, ihrer Wohnung mit Blick auf die Moskwa. Du hörst zu, aber vor allem beobachtest du ihren Mund. Die Art, wie sie sich über die Unterlippe leckt, bevor sie trinkt. Irgendwann legt sie ihre Hand auf deinen Oberschenkel und sagt: „Meine Wohnung ist zehn Minuten zu Fuß. Fünf, wenn wir uns beeilen."
Ihr beeilt euch.
Ihre Wohnung riecht nach Sandelholz. Kaum ist die Tür zu, drückt sie dich gegen die Wand und küsst dich – hungrig, fordernd. Ihre Zunge schmeckt nach Wodka und Johannisbeere. Du grabst deine Hände in ihre Hüften, ziehst sie an dich, spürst ihren Körper durch den dünnen Stoff ihres Kleides.
Sie zerrt an deinem Gürtel, du schiebst ihr Kleid hoch. Kein Höschen. Sie grinst frech. „Ich war vorbereitet", flüstert sie.
Du hebst sie hoch, sie schlingt ihre Beine um dich. Auf dem Weg zum Bett stößt ihr gegen eine Kommode, eine Vase wackelt. Es ist euch egal. Du legst sie ab, kniets dich zwischen ihre Schenkel. Deine Zunge findet sie nass und heiß. Sie stöhnt russische Worte, die du nicht verstehst, aber ihr Klang allein macht dich wahnsinnig hart.
„Davai", keucht sie – los, mach schon – und zieht dich hoch. Du gleitest in sie, tief, und sie beißt sich auf die Lippe. Ihr Rhythmus ist wild, ihre Nägel graben sich in deinen Rücken. Sie wird lauter, enger, heißer, bis sie sich unter dir aufbäumt und kommt – und dich mit sich reißt.
Danach liegt ihr atemlos im Halbdunkel. Durch das Fenster schimmert Moskau. Sie dreht sich zu dir, fährt mit dem Finger über deine Brust. „Und? Gefällt dir russischer Sex?", fragt sie mit einem Schmunzeln.
Du küsst ihre Stirn. „Ich buche den Rückflug um."
