
Ich erinnere mich an den Geruch. Jasmin und Sandelholz und darunter etwas Schweres, Warmes – die Hitze des Tages, die aus dem Sandstein aufstieg. Es war meine dritte Nacht in Jaipur, und wenn mich jemand vor dieser Reise gefragt hätte, ob ich Sex in Indien haben würde, mit einem Fremden, in einem jahrhundertealten Haveli – ich hätte gelacht. Aber hier bin ich, Wochen später, und schreibe es auf, weil ich es sonst vergesse, und ich will es nie vergessen.
Das Haveli war ein umgebautes Gästehaus in der Altstadt. Enge Gassen, rosafarbene Mauern, ein Innenhof mit einem kleinen Brunnen, der leise plätscherte. Laternen warfen honigfarbenes Licht auf die geschnitzten Bögen. Die Luft war so dicht, dass ich sie fast kauen konnte. Feucht, schwer, nach Gewürzen und Rauch. Ich saß auf der Dachterrasse und trank Chai, als er sich neben mich setzte.
Arjun. Architekt aus Mumbai, unterwegs, um alte Havelis zu dokumentieren. Dunkle Augen, die mich anschauten, als würden sie mich vermessen. Schmale Hände. Ein Lächeln, das langsam kam und dann nicht mehr verschwand. Wir redeten über Bögen und Symmetrie und irgendwann nur noch über nichts, weil seine Hand auf meinem Knie lag und meine Gedanken aufhörten, Sätze zu bilden.
Er küsste mich im Treppenhaus. Drückte mich gegen die kühle Wand, und der Kontrast – die kalte Wand, sein heißer Mund – ließ mich aufstöhnen. Seine Lippen schmeckten nach Kardamom. Seine Zunge fand meine, langsam, forschend, dann gieriger. Meine Finger gruben sich in sein Hemd, zerrten es hoch, fanden warme Haut, die Muskeln darunter.
In meinem Zimmer fielen Schichten. Sein Hemd, mein Kleid, alles landete auf den Fliesen. Er legte mich auf das Bett, die dünne Baumwolldecke unter mir, und kniete sich zwischen meine Beine. Sein Mund wanderte von meinem Hals über meine Brüste, saugte an meinen Nippeln, bis ich mich aufbäumte. Tiefer. Sein Atem an meinem Bauch. Dann seine Zunge an meiner Muschi, flach und langsam, quälend langsam, bis ich seine Haare packte und ihn fester gegen mich drückte.
Er fickte mich, wie er sprach – erst bedacht, dann entfesselt. Tief und rhythmisch, meine Beine um seine Hüften geschlungen, sein Gesicht an meinem Hals. Ich hörte mich Dinge sagen, die ich nicht kannte, Laute, keine Wörter. Der Ventilator an der Decke drehte sich träge, und der Jasminduft wehte durch das offene Fenster, und ich kam so heftig, dass mir Tränen über die Schläfen liefen.
Danach lagen wir da, verschwitzt, klebrig, und er zeichnete mit dem Finger unsichtbare Grundrisse auf meinen Rücken. Du bist wie dieses Haveli, murmelte er. Außen ruhig, innen voller verborgener Räume.
Ich bin am nächsten Tag abgereist. Wir haben keine Nummern getauscht. Manche Nächte gehören nur sich selbst.
