
Die letzte Strandbar hat vor einer Stunde geschlossen. Jetzt gehört die Küste nur noch der Nacht. Sex an der Ostsee – das war kein Plan. Es war der Wind, das Salz, die Dunkelheit, die alles möglich machte.
Du sitzt auf dem noch warmen Sand. Deine Füße graben sich hinein. Das Meer ist schwarz, nur am Horizont liegt ein schmaler Streifen Mondlicht wie verschüttetes Silber. Hinter dir die Dünen, hohes Gras, das raschelt und flüstert. Die Luft riecht nach Tang und Sommer und etwas, das du nicht benennen kannst. Vielleicht ist es Freiheit.
Dann hörst du Schritte. Barfuß, weich im Sand.
Sie kommt aus der Richtung der Seebrücke. Kurzes Sommerkleid, weiß, das im Mondlicht fast leuchtet. Dunkles Haar, vom Wind zerzaust. Sie bleibt stehen, als sie dich sieht. Lächelt. Nicht überrascht. Eher so, als hätte sie genau dich gesucht.
„Kannst du auch nicht schlafen?"
Ihre Stimme ist tief für eine Frau. Rauchig. Sie setzt sich neben dich, nah genug, dass du ihre Körperwärme spürst. Ihr Knie berührt deins. Keiner von euch rückt weg.
Ihr redet. Über nichts. Über alles. Ihre Schulter lehnt sich an deine. Ihre Finger finden dein Handgelenk, zeichnen langsam Kreise auf deine Haut. Dein Puls hämmert unter ihren Fingerspitzen. Sie spürt es. Ihr Lächeln wird dunkler.
„Ich will dich schmecken", flüstert sie. Salz und Wärme auf ihren Lippen, als sie deinen Hals küsst. Ihre Zunge zieht eine feuchte Linie bis zu deinem Ohr. Du greifst in ihr Haar, ziehst ihren Mund zu deinem.
Der Kuss ist hungrig. Keine Höflichkeit. Zähne streifen Unterlippen, Zungen finden sich. Ihre Hand schiebt sich unter dein Shirt, Nägel kratzen über deinen Bauch. Du legst sie in den Sand, und sie zieht dich über sich, schlingt ein Bein um deine Hüfte.
Das Kleid rutscht hoch. Darunter – nichts. Nur warme, weiche Haut. Deine Finger gleiten zwischen ihre Schenkel, und sie ist so nass, dass du leise stöhnst. Sie drückt sich gegen deine Hand, atmet scharf.
„Jetzt. Bitte."
Du schiebst dich in sie, langsam, und das Meer übertönt euer beider Keuchen nicht. Sie krallte sich in deinen Rücken. Ihre Hüften bewegen sich im Rhythmus der Wellen – tief, rollend, unaufhaltsam. Sand an eurer Haut, Salz auf euren Lippen. Jeder Stoß tiefer, jedes Stöhnen lauter.
Sie kommt zuerst. Ihr ganzer Körper spannt sich, ihr Mund öffnet sich stumm, dann ein Laut wie ein gebrochenes Versprechen. Du folgst Sekunden später, begräbst dein Gesicht an ihrem Hals, schmeckst das Meer auf ihrer Haut.
Danach liegt ihr still. Ihr Atem wird ruhig. Die Wellen lecken an euren Füßen. Am Horizont färbt sich der Himmel grau.
Ihren Namen kennst du nicht. Aber den Geschmack von Salz auf ihrer Haut – den wirst du nie vergessen.
