
Das Hotel war eins von diesen mit zu vielen Kissen auf dem Bett und einer Minibar, die mehr kostete als der Flug. Zwölfter Stock, Blick über die Dächer, warmes Licht von einer einzigen Lampe auf dem Nachttisch. Du hattest dir das Zimmer gegönnt, weil die Konferenz dich fertiggemacht hatte und du einfach mal etwas Schönes brauchtest. Dass das Schöne an deine Tür klopfen würde, damit hattest du nicht gerechnet.
Sie stand im Flur. Dunkle Locken, roter Mund, ein Lächeln, das sofort Ärger versprach. „Ich glaube, ich hab mich in der Zimmernummer vertan", sagte sie, machte aber keinerlei Anstalten zu gehen. Ihre Augen wanderten langsam über deinen Hotelbademantel. „Oder auch nicht."
„Definitiv falsche Tür", sagtest du und lehntest dich an den Rahmen. „Aber ich beschwer mich nicht."
Ihr Lachen war dunkel und warm wie der Whiskey, den du dir gerade eingeschenkt hattest. Fünf Minuten später saß sie auf deinem Bett, barfuß, das Glas in der Hand, und erzählte dir irgendetwas über einen langweiligen Vortrag – aber du hörtest längst nicht mehr zu. Du sahst nur, wie sich ihre Lippen beim Sprechen bewegten, wie ihr Kleid an den Schultern rutschte.
„Du hörst mir gar nicht zu", stellte sie fest.
„Stimmt." Du nahmst ihr das Glas aus der Hand und stelltest es weg. „Ich bin gerade sehr abgelenkt."
Sie zog dich am Gürtel des Bademantels zu sich heran. „Gut."
Ihr Mund schmeckte nach Whiskey und nach etwas Süßem, das du nicht einordnen konntest. Du schobst ihr das Kleid über die Hüften, und sie half dir dabei, ungeduldig, lachend, als der Reißverschluss klemmte. Ihre Haut war heiß unter deinen Fingern. Du küsstest ihren Hals, ihre Brust, die weiche Stelle unter ihrem Nabel, und sie griff in deine Haare und dirigierte dich tiefer.
Du gehorchtest gern. Deine Zunge fand ihren Rhythmus zwischen ihren Schenkeln, langsam zuerst, dann fester, als ihr Atem schneller wurde. Sie schmeckte salzig und süß, und ihre Hüften hoben sich dir entgegen. „Genau da", flüsterte sie, und du bliebst genau da, bis ihr ganzer Körper bebte und sie deinen Namen stöhnte – den sie noch gar nicht kannte.
Danach zog sie dich hoch, drehte dich auf den Rücken und grinste. „Jetzt ich." Ihre Finger glitten zwischen deine Beine, geschickt und neugierig, und du kamst so schnell, dass es dir fast peinlich war.
Fast.
„Wie heißt du eigentlich?", fragte sie danach, den Kopf auf deiner Brust.
„Sag ich dir beim Frühstück."
