
Die Dachterrasse liegt über den Dächern der Stadt wie eine Bühne, die nur für diese eine Nacht errichtet wurde. Lesbische Erotik beginnt manchmal genau so – mit warmem Beton unter nackten Füßen, dem Summen der Stadt tief unten und Lichterketten, die ihre bernsteinfarbenen Reflexe über feuchte Haut werfen. Die Luft ist schwer, fast körperlich. Juli. Dreißig Grad, selbst jetzt um Mitternacht.
Nora lehnt an der Brüstung, das Weinglas locker zwischen den Fingern. Ihr dunkles Haar klebt am Nacken, die Träger ihres Tops sind heruntergerutscht. Sie hat diese Art, den Kopf zu neigen, wenn sie zuhört – als würde sie jedes Wort schmecken. Ihre Augen sind dunkelbraun, beinahe schwarz im gedämpften Licht, und wenn sie lächelt, zieht sich eine kleine Falte über ihren linken Mundwinkel.
Lina steht hinter ihr. Nah genug, um die Hitze zu spüren, die von Noras Schultern aufsteigt. Ihre Fingerspitzen berühren Noras Oberarm – kaum, gerade so. Ein Streifen Gänsehaut folgt der Berührung wie eine Antwort.
Nora dreht sich nicht um. Sie neigt nur den Kopf zur Seite, entblößt ihren Hals. Eine Einladung, die lauter ist als jedes Wort.
Linas Lippen finden die empfindliche Stelle unter Noras Ohr. Sie schmeckt Salz und Parfum und etwas darunter – etwas Warmes, Eigenes. Ihre Hände schieben sich unter den dünnen Stoff, gleiten über Noras Bauch, spüren die Muskeln, die sich anspannen. Nora atmet scharf ein.
„Weiter."
Das eine Wort reicht. Linas rechte Hand wandert tiefer, schiebt sich unter den Bund von Noras Shorts. Ihre Finger finden heiße, nasse Haut, und Noras Kopf fällt gegen Linas Schulter. Ein Stöhnen, das in der Nachtluft vibriert. Lina reibt langsam, kreisend über ihre Klit, spürt, wie Noras Hüften anfangen, sich gegen ihre Hand zu bewegen – erst zögerlich, dann drängend.
Noras Hand greift nach hinten, krallt sich in Linas Oberschenkel. Ihre Atemzüge werden kurz, abgehackt. Die Lichterketten flackern im Wind. Unten hupt ein Taxi. Hier oben existiert nur das rhythmische Reiben, das feuchte Geräusch zwischen ihren Körpern, Noras leises „Fuck, ja, genau da".
Lina schiebt zwei Finger in sie hinein und drückt mit dem Daumen weiter gegen die geschwollene Klit. Nora kommt mit einem langen, zitternden Laut, der über die Dächer rollt. Ihr ganzer Körper bebt, presst sich gegen Lina, bis die letzte Welle verebbt.
Stille. Nur ihr Atem. Nora dreht sich um, nimmt Linas Gesicht in beide Hände und küsst sie – langsam, tief, mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Jetzt du."
