
Die Bar liegt im Souterrain einer Seitenstraße, die nach Regen riecht. Bernsteinfarbenes Licht fällt durch geriffelte Glasscheiben, Wassertropfen zeichnen zitternde Schatten auf die Wand aus dunklem Holz. Jazz sickert aus unsichtbaren Lautsprechern – gedämpft, wie ein Gespräch, das man nicht ganz mithören soll. Diese LGBTQ-freundliche Bar ist ein Ort für Menschen, die wissen, was sie wollen, aber sich Zeit lassen, es auszusprechen.
Marko sitzt am Ende des Tresens. Schmale Hände um ein Whiskeyglas gelegt, die Ärmel seines schwarzen Hemds bis zu den Ellbogen hochgerollt. Dunkle Augen unter schweren Lidern. Sein Kiefer ist kantig, sein Mund weich – ein Widerspruch, der sofort auffällt. Er redet wenig. Aber wenn er jemanden ansieht, dann sieht er.
Und jetzt sieht er Lenn.
Lenn steht an der gegenüberliegenden Seite, bestellt sein zweites Bier und spürt den Blick wie eine Berührung im Nacken. Er dreht sich um. Ihre Augen treffen sich. Markos Mundwinkel hebt sich kaum merklich. Lenn stellt sein Glas ab, geht zu ihm. Kein Wort. Er setzt sich auf den Hocker daneben, so nah, dass sich ihre Knie berühren.
„Ich heiße –"
„Ist mir egal", sagt Marko leise. Seine Hand legt sich auf Lenns Oberschenkel. Fest. Bestimmt.
Im schmalen Flur hinter den Toiletten riecht es nach Sandelholz und altem Putz. Marko drückt Lenn gegen die Wand, sein Mund findet Lenns Hals, seine Zunge die empfindliche Stelle unter dem Ohr. Lenn stöhnt, greift in Markos Haar, zieht seinen Kopf zurück und küsst ihn – offen, hungrig, ihre Zungen finden einen Rhythmus, der nach mehr verlangt.
Markos Hand gleitet tiefer, öffnet Lenns Gürtel, schiebt sich in seine Hose. Lenn ist hart, pulsierend. Markos Finger umschließen seinen Schwanz, beginnen ihn langsam zu reiben. Lenn presst die Stirn gegen Markos Schulter, sein Atem kommt stoßweise, heiß durch den Stoff des Hemds.
„Sieh mich an", flüstert Marko.
Lenn hebt den Kopf. Ihre Blicke verschränken sich, und Marko beschleunigt seine Hand, dreht das Handgelenk bei jedem Aufwärtsstrich. Lenns Lippen öffnen sich, ein erstickter Laut entweicht ihm. Seine Hüften stoßen vor, wieder und wieder, bis sein ganzer Körper sich spannt wie eine Saite.
Er kommt mit einem tiefen, atemlosen Keuchen, den Kopf in den Nacken geworfen, Markos Name als Stöhnen auf seinen Lippen – obwohl er ihn gar nicht kennt. Jetzt schon.
Marko wischt seine Hand an Lenns Hüfte ab, langsam, fast zärtlich. Dann küsst er ihn noch einmal, weich diesmal, und Lenn schmeckt Whiskey und Verlangen.
„Jetzt sag mir deinen Namen", murmelt Marko gegen seinen Mund.
