
Der Regen schlägt gegen die Fensterfront der Bar wie tausend kleine Fäuste. Drinnen ist alles gedämpft. Kerzenlicht. Der Geruch von Whiskey und nassem Asphalt, der durch die Eingangstür hereinweht. Es ist die Art von Nacht, in der lesbische Sehnsüchte nicht länger schweigen. In der Körper sprechen, was Lippen nicht auszusprechen wagen.
Du sitzt am Ende des Tresens. Allein. Dein Glas halb leer, deine Gedanken halb voll. Dann siehst du sie.
Dunkles Haar, das feucht an ihren Schläfen klebt. Eine Lederjacke über einem schwarzen Top, das tief genug ausgeschnitten ist, um den Ansatz ihrer Brüste freizugeben. Sie schüttelt den Regen aus ihrem Haar und ihr Blick streift durch den Raum, bis er an dir hängen bleibt.
Sie lächelt nicht. Sie sieht dich. Das ist mehr.
Sie setzt sich neben dich. Bestellt nichts. Ihre Hand liegt auf dem Tresen, Zentimeter von deiner entfernt. Du spürst die Wärme, die von ihr ausgeht. Sie riecht nach Regen und etwas Dunklerem – Sandelholz, vielleicht Verlangen.
„Schlechtes Wetter", sagt sie. Ihre Stimme ist tief. Rau an den Rändern.
„Perfektes Wetter", antwortest du.
Ihr Finger streicht über deinen Handrücken. Langsam. Absichtlich. Dein Atem stockt. Du drehst dich zu ihr und ihre Augen sind so dunkel wie die Nacht hinter den verregneten Scheiben.
Sie küsst dich. Ohne Vorwarnung, ohne Zögern. Ihre Lippen sind weich und bestimmt zugleich, ihre Zunge gleitet fordernd in deinen Mund. Du greifst in ihre nasse Jacke und ziehst sie näher. Dein Herz hämmert.
Ihre Hand wandert unter dein Kleid. Fingerspitzen auf deinem Oberschenkel, höher, höher, bis sie den Rand deines Slips erreicht und darunter gleitet. Du spreizt die Beine für sie, genau dort, am Tresen, im Halbdunkel. Niemand sieht euch. Der Regen verschluckt alles.
Ihre Finger finden deine Nässe. Sie stöhnt leise an deinem Ohr, als sie spürt, wie feucht du bist. Zwei Finger dringen in dich ein, ihr Daumen kreist über deine Klitoris. Langsam erst, dann drängender. Du klammst dich an ihre Schulter, beißt dir auf die Lippe.
„Lass los", flüstert sie. Ihr Atem heiß an deinem Hals.
Du gehorchst. Dein Körper spannt sich, bebt, bricht. Du kommst gegen ihre Hand, dein Stöhnen erstirbt an ihrem Mund, weil sie dich wieder küsst – tief, hungrig, als wollte sie deinen Orgasmus schmecken.
Langsam zieht sie ihre Finger zurück. Führt sie an ihre Lippen. Leckt sie ab, ohne den Blickkontakt zu brechen.
Der Regen trommelt weiter. Die Kerzen flackern. Dein Herz rast noch, aber etwas in dir ist endlich still.
„Noch einen Drink?", fragt sie.
Du schüttelst den Kopf. „Deine Wohnung."
Sie legt einen Schein auf den Tresen. Nimmt deine Hand. Und ihr verschwindet in der Nacht, in den Regen, in alles, was noch kommt.
