
Die Kathedrale liegt verlassen im Mondlicht, und du weißt, dass du hier nicht sein solltest. Kalter Stein unter deinen nackten Füßen, hunderte roter Kerzen werfen zuckende Schatten auf die Wände – als hätte jemand diesen Ort für dich vorbereitet. Die Luft riecht nach Weihrauch und nach etwas anderem. Nach Schwefel. Nach Versprechen, die man nicht halten sollte.
Dann hörst du seine Stimme. Tief, samtig, wie flüssige Dunkelheit, die sich in deinen Gehörgang schmiegt. Du siehst ihn nicht sofort – nur seinen Schatten, der sich über den Altar legt. Als er ins Kerzenlicht tritt, stockt dir der Atem. Hohe Wangenknochen, schwarze Augen ohne Pupille, ein Mund, der aussieht, als wäre er geschaffen worden, um Sünden darauf zu schmecken. Zwei geschwungene Hörner ragen aus seinem dunklen Haar. Er ist schön. Unerträglich schön.
„Du hast gerufen", sagt er. Kein Fragezeichen. Eine Feststellung.
Du willst widersprechen, aber dein Körper verrät dich. Dein Puls hämmert. Deine Haut prickelt, als würde die Luft um ihn herum vibrieren. Er kommt langsam näher – so quälend langsam, dass jeder seiner Schritte eine Ewigkeit dauert. Seine Finger heben sich, berühren dein Kinn. Nur die Fingerspitzen. Kaum Druck. Doch die Hitze, die von dieser einzigen Berührung ausgeht, schießt durch deinen ganzen Körper, sammelt sich zwischen deinen Beinen.
„Ich nehme mir Zeit mit dir", flüstert er. Sein Daumen streicht über deine Unterlippe. Langsam. So unfassbar langsam, dass du spürst, wie sich jede einzelne Rille seines Fingerabdrucks in dein Fleisch presst. Du öffnest den Mund, ganz leicht, und er lächelt. Nicht gütig. Hungrig.
Seine Hand wandert deinen Hals hinunter. Über dein Schlüsselbein. Dein Kleid fällt, als hätte er es ihm befohlen, und die kühle Luft trifft deine nackte Haut wie ein Stromschlag. Sein Blick gleitet über deinen Körper – langsam, besitzergreifend, als würde er jede Stelle katalogisieren, die er kosten will.
Er geht vor dir auf die Knie. Der Teufel. Auf den Knien. Vor dir. Sein heißer Atem streift die Innenseite deiner Schenkel, und du zitterst so heftig, dass du dich am Altar festhalten musst. Seine Zunge findet dich – heiß, unnachgiebig, mit einer Präzision, die nur jemand besitzen kann, der seit Jahrtausenden weiß, was Sterbliche zum Schreien bringt.
Er nimmt sich Zeit. Er kostet dich aus, leckt dich mit quälender Langsamkeit, saugt an deiner Klitoris, bis du bettelst – laut, schamlos, und die Echos deiner Stimme füllen die Kathedrale wie ein Gebet. Als du kommst, bricht es über dich herein wie heiliges Feuer, und er hält dich fest, seine Hände auf deinen Hüften, während dein Körper bebt.
„Sag meinen Namen", murmelt er gegen deine nasse Haut. Und du tust es. Gott, du tust es.
