
Der Turm steht am Rand der Festung, vergessen von den Wachen. Du steigst die Wendeltreppe hinauf, jede Stufe kälter als die letzte, und eine dunkle Mittelalterfantasie zieht dich tiefer in die Nacht. Fackeln gibt es hier keine. Nur das Mondlicht, das durch schmale Scharten fällt und die Steine silbern färbt. Es riecht nach Kräutern. Nach etwas Verbotenem.
Sie wartet hinter der Tür.
Man nennt sie die Hexe. Schwarzes Haar, das ihr offen über die Schultern fällt. Augen wie flüssiges Harz. Ihre Haut schimmert im Kerzenlicht, als hätte jemand Honig über Alabaster gegossen. Sie trägt ein dünnes Leinenkleid, das nichts verbirgt – die dunklen Spitzen ihrer Brüste zeichnen sich ab, die Kurve ihrer Hüften. Um ihren Hals liegt eine Kette aus Knochensplittern. Sie lächelt, als hätte sie gewusst, dass du kommst.
„Knie dich hin."
Ihre Stimme ist leise, aber sie duldet keinen Widerspruch. Du gehorchst. Der Steinboden ist kalt unter deinen Knien. Sie kommt näher. Ihre Finger fahren durch dein Haar, greifen zu, ziehen deinen Kopf sanft nach hinten. Du spürst ihren Atem an deinem Ohr.
„Ich braue keinen Trank heute Nacht", flüstert sie. „Du bist mein Ritual."
Sie streift das Kleid ab. Es fällt lautlos. Ihr nackter Körper ist eine Landkarte aus Schatten und Licht. Sie führt deine Hände an ihre Hüften, lässt dich die Wärme ihrer Haut fühlen. Dann drückt sie dein Gesicht zwischen ihre Schenkel. Du schmeckst sie – salzig, süß, berauschend wie ein verbotener Trunk. Deine Zunge gleitet über ihre Spalte, kreist um ihre Klit, und sie stöhnt dunkel, die Finger fest in deinem Haar vergraben.
„Tiefer."
Du gehorchst. Deine Zunge dringt in sie ein, dein Daumen reibt ihren Kitzler, und ihr Körper bebt. Sie presst sich gegen deinen Mund. Ihre Hüften bewegen sich, fordernd, rhythmisch. Die Kerze flackert. Wachs tropft auf den Steinboden.
Dann zieht sie dich hoch. Dreht sich um. Stützt sich auf den alten Eichentisch, zwischen Phiolen und getrockneten Blüten. Du schiebst dich in sie, langsam, und ihre Enge umschließt dich wie ein Zauber. Jeder Stoß tiefer. Jeder Stoß härter. Ihre Schreie hallen durch den Turm, vermischen sich mit dem Wind.
Als sie kommt, zittert das Kerzenlicht. Als du kommst, erlischt es.
Dunkelheit. Ihr Atem. Der Geruch von Kräutern und Schweiß. Ihre Lippen an deinem Hals, ein letztes Flüstern:
„Du wirst wiederkommen."
Du weißt, dass sie recht hat.
