
Ich erinnere mich an den Geruch. Heu, Pferdeschweiß, warmes Holz – und darunter etwas, das nur ihm gehörte. Etwas Erdiges, Männliches. Mein Stallbursche der Leidenschaft, so nenne ich ihn in meinen stillen Stunden, wenn ich diese Zeilen schreibe und meine Finger dabei zittern.
Es war später Nachmittag. Die Sonne brach in goldenen Streifen durch die Ritzen der Stallwand, Staubkörner tanzten darin wie winzige Funken. Die Pferde schnaubten leise in ihren Boxen. Der ganze Hof lag in träger Sommerhitze, die Mägde ruhten, mein Gemahl war auf der Jagd. Ich hätte in meinen Gemächern bleiben sollen.
Aber ich ging zu ihm.
Erec. Breite Schultern, die unter dem groben Leinenhemd arbeiteten, wenn er die Heuballen wuchtete. Unterarme, sehnig und sonnenbraun, immer mit einem feinen Goldschimmer aus Stroh bedeckt. Sein Kiefer, kantig, mit einem Dreitagebart, der meine Haut aufschürfte, wenn er mich küsste. Und diese Augen – dunkelgrün wie der Wald hinter der Burg, immer ein wenig spöttisch, als wüsste er genau, was ich wollte, bevor ich es selbst wusste.
Er sah mich kommen. Sagte nichts. Stieß die Stalltür hinter mir zu, und der Riegel fiel mit einem Klicken, das mir durch den Unterleib fuhr.
Seine Hände packten meine Hüften, schoben meinen Rock hoch, grob, ohne zu fragen. Er musste nicht fragen. Ich war schon feucht, als ich über den Hof gelaufen war. Er hob mich auf die Heuballen, die Halme stachen in meine Oberschenkel, und es war mir egal. Sein Mund presste sich auf meinen Hals, seine Zähne streiften mein Schlüsselbein, während seine Finger zwischen meine Beine glitten und mich dort fanden, wo ich am meisten nach ihm schrie.
Ich zog sein Hemd über den Kopf, fuhr mit den Nägeln über seine Brust, spürte seine Muskeln unter meinen Handflächen zucken. Er öffnete seine Hose, und ich griff nach seinem harten Schwanz, führte ihn zu mir. Als er in mich stieß, biss ich in seine Schulter, um nicht zu schreien.
Er fickte mich tief und langsam, jeder Stoß ein Versprechen, das Heu raschelte unter uns, die Pferde stampften unruhig. Dann schneller. Seine Hand umklammerte meinen Nacken, sein Atem heiß an meinem Ohr. „Komm für mich."
Und ich kam. Hart. Zitternd. Sein Name auf meinen Lippen, den niemand hören durfte.
Danach lag ich im Heu, Stroh in meinem Haar, seinen Samen zwischen meinen Schenkeln, und dachte: Morgen wieder. Übermorgen. Jeden verdammten Tag, bis sie mich erwischen.
Ich schließe dieses Buch jetzt. Meine Hände riechen noch nach ihm.
