
Ich erinnere mich an das Schaukeln. Dieses endlose, rhythmische Wiegen des Schiffes, das sich anfühlte, als würde die See selbst uns zusammenschieben. Meine Piratin der Leidenschaft – so nenne ich sie bis heute in meinem Kopf, weil mir kein anderes Wort einfällt für das, was sie war.
Die Kapitänskajüte roch nach Salz, nach altem Holz und nach dem Rum, den sie aus einer Flasche ohne Etikett trank. Kerzen standen überall, auf Karten festgetropft, auf dem Rand der Koje, auf einer Seekiste. Ihr Licht warf zuckende Schatten an die niedrige Decke. Durch das Bullauge sah ich nichts als schwarzes Wasser und einen schmalen Streifen Mond.
Sie stand vor mir, die Stiefel noch an, das Hemd halb offen. Dunkle Locken fielen ihr über die Schultern, nass vom Sprühwasser. Eine Narbe zog sich von ihrem Schlüsselbein bis knapp über ihre linke Brust – und ich wollte sie mit der Zunge nachzeichnen, bevor ich überhaupt ihren Namen kannte. Ihre Augen waren fast schwarz, und wenn sie lachte, war es kurz und rau, wie ein Befehl.
Sie sagte nichts. Griff in mein Haar, zog meinen Kopf nach hinten. Ihr Mund schmeckte nach Rum und nach etwas Wildem, Salzigem. Sie küsste nicht sanft. Sie nahm sich meinen Mund, biss mir in die Unterlippe, leckte darüber, und ich stöhnte in ihren Kuss, noch bevor ihre andere Hand meinen Gürtel öffnete.
Das Schiff rollte, und wir fielen auf die Koje. Ihr Gewicht auf mir, ihre Schenkel um meine Hüften gepresst. Sie riss mein Hemd auf, fuhr mit den Nägeln über meine Brust, und ich spürte jeden Kratzer wie eine Brandmarkung. Ich griff nach ihren Hüften, schob ihren Rock hoch. Keine Unterwäsche. Nur heiße, feuchte Haut unter meinen Fingern.
Als ich in sie glitt, warf sie den Kopf zurück und stöhnte so laut, dass es über das Knarren des Holzes hinwegging. Sie ritt mich im Rhythmus der Wellen – langsam, dann hart, dann so schnell, dass die Koje gegen die Wand schlug. Ich umfasste ihre Brüste, rieb mit den Daumen über ihre steifen Nippel, und sie grub ihre Nägel in meine Schultern.
Komm für mich, flüsterte sie, und es klang wie ein Befehl ihrer Crew. Ich gehorchte. Mein ganzer Körper spannte sich, und ich kam so heftig, dass mir schwarz vor Augen wurde. Sie folgte Sekunden später, zitternd, keuchend, ihren Mund an meinem Hals.
Danach lagen wir still. Das Schiff schaukelte. Die Kerzen flackerten. Sie zog eine Decke über uns und sagte leise: Morgen werfe ich dich wieder über Bord.
Ich lächelte. Es wäre es wert gewesen.
