
Der Thronsaal lag in kupfernes Fackellicht getaucht. Schatten krochen über die gewaltigen Steinwände, an denen zerschlissene Banner hingen – die Wappen eines gefallenen Königreichs. Rauch von Myrrhe und Zedernholz hing schwer in der Luft, vermischte sich mit dem Geruch von kaltem Eisen und altem Wein. Draußen heulte der Wind über die Zinnen der eroberten Festung. Drinnen war es still. Gefährlich still.
Sie kniete auf dem schwarzen Marmor. Prinzessin Vaelith – letztes Blut der Sommerndynastie. Ihr zerrissenes Seidenkleid entblößte eine Schulter, das kupferne Haar fiel ihr wirr über das Gesicht. Doch ihr Blick war nicht gebrochen. Ihre Augen, grün wie vergifteter Efeu, starrten nach oben – zum Thron, der einst ihrem Vater gehört hatte.
Er saß dort wie ein Raubtier, das sich Zeit ließ. Kommandant Draven. Breite Schultern unter schwarzem Leder, ein Gesicht aus scharfen Kanten, eine Narbe quer über die Unterlippe, die seinen Mund permanent spöttisch wirken ließ. Er trug keine Krone. Er brauchte keine.
„Steh auf", sagte er leise. Seine Stimme war tief, rau, ein Grollen, das durch den ganzen Saal vibrierte.
Sie gehorchte nicht. Also stand er selbst auf. Seine Stiefel hallten auf dem Marmor, jeder Schritt ein Donnerschlag. Er griff in ihr Haar, zog ihren Kopf zurück – nicht brutal, aber bestimmt. Ihr Hals entblößte sich, lang und verletzlich.
„Du hasst mich", flüsterte er, sein Mund dicht an ihrem Ohr. Es war keine Frage.
„Ja." Aber ihr Atem bebte. Ihre Lippen teilten sich. Und als seine freie Hand über ihren Hals glitt, hinab zu ihrer Brust, entwich ihr ein Laut, der nichts mit Hass zu tun hatte.
Er riss den Rest der Seide von ihrer Schulter. Seine Zunge fand ihren Hals, seine Zähne streiften ihre Haut. Sie griff in sein Hemd, zerrte den Stoff auseinander, fuhr über die harte Muskulatur darunter. Feind. Eroberer. Genau der, den sie wollte.
Er hob sie auf den Thron – ihren Thron – spreizte ihre Schenkel und kniete sich vor sie. Sein Mund wanderte über ihren Bauch, tiefer, bis seine Zunge sie dort berührte, wo sie längst nass war. Vaelith krallte sich in die steinernen Armlehnen, warf den Kopf zurück, und ihr Stöhnen hallte durch den leeren Saal wie ein Gebet an vergessene Götter.
Sie kam mit seinem Namen auf den Lippen. Dem Namen ihres Feindes. Und es fühlte sich an wie ein Sieg.
