
Die Kathedrale lag seit Jahrhunderten verlassen, doch in dieser Nacht brannten Kerzen in jeder Nische, als hätte jemand – oder etwas – sie entzündet. Roter Nebel kroch über den Steinboden, und der Geruch von Weihrauch und etwas Dunklerem, Süßerem hing in der Luft. Hier, zwischen zersplitterten Buntglasfenstern und dem Mondlicht, das in Scherben auf den Altar fiel, erwachte der Dämon der Leidenschaft.
Er materialisierte sich aus dem Schatten selbst. Breite Schultern, Haut wie polierter Obsidian, durchzogen von glühenden Adern, die pulsierend orangerot leuchteten. Zwei geschwungene Hörner krochen aus seinem dichten schwarzen Haar nach hinten. Seine Augen waren geschmolzenes Gold, und wenn er lächelte, offenbarte er Zähne, die einen Tick zu scharf waren. Seine Stimme war ein Beben, das man eher im Unterleib spürte als in den Ohren hörte.
Sie stand am Eingang. Elara. Okkultistin, Forscherin, Närrin – je nach Perspektive. Sie hatte den Beschwörungskreis gezeichnet, die alten Worte gesprochen. Jetzt zitterten ihre Hände, aber nicht vor Angst.
„Du hast mich gerufen." Seine Stimme hallte durch das Kirchenschiff. Er bewegte sich nicht – er glitt. Der rote Nebel wich vor ihm zurück, als fürchte er sich vor seinem Herrn. „Dann weißt du, was ich bin. Was ich nehme."
„Was du gibst", korrigierte sie ihn. Ihr Kleid fiel mit einem einzigen Griff von ihren Schultern.
Er war bei ihr, bevor der Stoff den Boden berührte. Seine Hände – heiß, fast verbrennend – legten sich um ihre Hüften und hoben sie mühelos auf den kalten Steinaltar. Der Kontrast ließ sie aufkeuchen. Sein Mund fand ihren Hals, seine gespaltene Zunge zeichnete eine feuchte Spur über ihre Schlüsselbeine, tiefer, zwischen ihre Brüste.
Sie spreizte die Beine für ihn, und er kniete nieder wie in einem pervertierten Gebet. Seine Zunge teilte sie, heiß und unmenschlich geschickt, zwei Spitzen, die gleichzeitig ihren Kitzler umkreisten und in sie glitten. Sie krallte sich an den Altarrand, stöhnte in das leere Kirchenschiff, und die Kerzen flackerten im Rhythmus ihres Atems.
Als er sich über sie schob und in sie eindrang, füllte er sie vollständig, dehnend, überwältigend. Jeder Stoß sandte pulsierende Hitze durch ihren Körper, die glühenden Adern auf seiner Haut leuchteten heller mit jeder Bewegung. Sie kam mit einem Schrei, der die letzten Glasscherben aus den Fenstern riss.
Stille. Nur ihr Atem. Er hielt sie, seine Hitze nun sanft, beinahe zärtlich. „Ruf mich wieder", flüsterte er, bevor der Nebel ihn verschlang.
Elara lag auf dem Altar, zugedeckt von Mondlicht und dem Nachbeben einer Lust, die nicht von dieser Welt war.
