
Die Küche roch nach dem Rotwein, den sie nicht ausgetrunken hatten. Irgendwo tickte eine Uhr. Es war einer dieser gewöhnlichen Dienstagabende, an denen Sex mit der Ehefrau das Letzte war, woran er dachte – bis sie die Schlafzimmertür abschloss. Das Klicken des Schlosses durchschnitt die Stille wie ein Versprechen.
Lena stand mit dem Rücken zur Tür. Barfuß. Sein altes Hemd hing an ihren Schultern, die oberen drei Knöpfe offen. Darunter nichts als Haut und der schwache Schatten ihres Schlüsselbeins im bernsteinfarbenen Licht der Nachttischlampe. Ihre Augen hatten diesen Ausdruck, den er von früher kannte – halb Herausforderung, halb Hunger.
»Leg das Handy weg«, sagte sie leise.
Er gehorchte. Nicht weil sie es sagte, sondern wegen der Art, wie sie langsam auf ihn zukam. Jeder Schritt ließ das Hemd an ihren Oberschenkeln reiben. Sie setzte sich rittlings auf seinen Schoß, und ihr Gewicht auf ihm fühlte sich an wie Heimkommen und Aufbrechen gleichzeitig.
Ihre Finger schoben sich in seine Haare, zogen seinen Kopf nach hinten. Ihr Mund streifte seinen Hals, dann sein Ohr. »Ich will, dass du mich heute fickst, als wäre es das erste Mal.«
Sex in einer Beziehung konnte Routine sein. Oder er konnte so sein – ihre Zunge an seiner Unterlippe, sein Griff an ihren Hüften, das Hemd, das über ihren Kopf flog und enthüllte, was er tausendmal gesehen hatte und trotzdem nicht satt wurde. Ihre Brüste, weich und schwer in seinen Händen. Ihre Brustwarzen, die sich unter seinen Daumen verhärteten.
Er drehte sie auf den Rücken. Ihr Atem stockte. Seine Lippen wanderten über ihren Bauch, tiefer, bis er ihre Schenkel auseinanderdrückte und seine Zunge langsam über ihre nasse Mitte zog. Sie schmeckte nach Salz und nach allem, was er jemals gewollt hatte. Lena griff ins Laken, bog den Rücken durch, und das Stöhnen, das aus ihr brach, war rau und echt.
»Jetzt.«
Er schob sich in sie, und der erste Stoß war tief und langsam. Ihre Beine schlangen sich um seine Hüften. Stirn an Stirn, Atem gegen Atem. Sie fanden diesen Rhythmus, der nur ihnen gehörte – erst quälend langsam, dann hart, dann gnadenlos. Ihre Nägel gruben sich in seinen Rücken. Sein Name zerbrach zwischen ihren Lippen.
Sie kam zuerst, zitternd, mit geschlossenen Augen und offenem Mund. Er folgte Sekunden später, tief in ihr, das Gesicht in ihrem Hals vergraben.
Danach lagen sie still. Ihre Finger zeichneten Kreise auf seine Brust. Die Uhr tickte weiter. Aber der Dienstagabend war ein anderer geworden.
