
Regen prasselte gegen die hohen Fenster des Fakultätsgebäudes. Der fünfte Stock lag still, die Flure leer, nur hinter einer Tür brannte noch Licht. Professor Larsens Büro roch nach altem Leder, Kaffee und dem schwachen Zedernholz seines Aftershaves. Eine einzelne Schreibtischlampe warf einen warmen Kegel auf Stapel von Manuskripten, während der Rest des Raumes in bernsteinfarbener Dämmerung versank.
Er war Ende vierzig, graumelierte Schläfen, Hemdärmel bis zu den Ellbogen hochgerollt, Unterarme sehnig und gebräunt. Wenn er sprach, tat er es langsam, mit einer Stimme, die wie dunkler Samt über die Haut strich. Seine Augen hielten Blicke eine Sekunde zu lang. Genau das machte ihn gefährlich.
Clara stand in der Tür, die Haare noch feucht vom Regen, das weiße T-Shirt an ihren Körper geklebt. Sie wusste, was sie tat. Sie wusste es seit Wochen. „Sie hatten gesagt, ich könnte vorbeikommen. Wegen der Arbeit."
Er lehnte sich im Stuhl zurück, musterte sie. „Mach die Tür zu."
Das Klicken des Schlosses war lauter als es hätte sein sollen. Clara trat näher, legte ihre Tasche auf den Besucherstuhl statt sich zu setzen. Sie blieb vor seinem Schreibtisch stehen. Zwischen ihnen summte die Luft.
„Die Arbeit ist nicht der Grund, warum du hier bist." Kein Fragezeichen. Eine Feststellung.
„Nein", flüsterte sie.
Er stand auf, kam um den Schreibtisch herum, langsam, bis er direkt vor ihr stand. Seine Finger glitten an ihrem Kinn entlang, hoben es an. Dann küsste er sie – nicht zärtlich, sondern hungrig, mit der ganzen aufgestauten Spannung eines Semesters voller gestohlener Blicke.
Clara griff in sein Hemd, zerrte es aus der Hose. Er hob sie auf den Schreibtisch, Papiere rutschten zu Boden, seine Hände schoben ihren Rock hoch, fanden nackte Haut. Sie stöhnte in seinen Mund, als seine Finger zwischen ihre Schenkel glitten und sie dort spürten, wie bereit sie war.
Er drang in sie ein, während der Regen gegen die Scheiben hämmerte, sein Rhythmus tief und bestimmt. Clara klammerte sich an seine Schultern, ihre Beine um seine Hüften geschlungen, ihr Atem heiß an seinem Hals. Jeder Stoß drückte sie tiefer in das Holz, ließ die Lampe zittern.
Als sie kam, presste sie ihr Gesicht gegen seine Schulter, um den Schrei zu ersticken, der durch den leeren Flur gehallt hätte. Er folgte ihr Sekunden später, sein Körper angespannt, ein tiefes Stöhnen gegen ihre Schläfe.
Stille. Nur Regen. Nur Atem. Die Lampe brannte weiter, als wäre nichts geschehen.
