
Ich muss das aufschreiben, bevor ich es vergesse – oder bevor ich anfange zu glauben, ich hätte es mir nur eingebildet. Eine dieser Sexgeschichten, die man sich selbst kaum glaubt. Renovierung, leeres Haus, und ich mittendrin, in abgeschnittenen Jeans und einem alten Shirt, das nach Wandfarbe riecht.
Das Haus gehört meiner Tante. Seit drei Wochen streiche ich Wände, reiße Tapeten ab, schleife Türrahmen. Allein. Meistens. Bis gestern der Fliesenleger kam.
Er hieß Marko. Breite Schultern, staubige Arbeitshose, ein Werkzeuggürtel, der tief auf seinen Hüften saß. Seine Unterarme waren gebräunt, Adern zeichneten sich ab, wenn er zupackte. Er sprach wenig. Nickte mir zu, als er reinkam, und ging direkt ins Bad. Ich stand im Flur und starrte ihm nach wie eine Idiotin.
Stundenlang arbeiteten wir in verschiedenen Zimmern. Aber ich hörte ihn – das Kratzen der Kelle, sein gelegentliches Räuspern, manchmal ein leises Fluchen. Das leere Haus trug jeden Laut. Jedes Mal, wenn ich an ihm vorbeiging, um Wasser zu holen, sah ich seinen Rücken, die Schweißflecken auf seinem Shirt, die Bewegung seiner Hände.
Irgendwann gegen fünf stellte er sich in den Türrahmen des Zimmers, in dem ich kniete und die Fußleiste strich. „Hast du was zu trinken?" Ich stand auf, wischte mir die Hände an der Jeans ab, und als ich mich an ihm vorbeischob, war der Rahmen zu eng. Mein Körper streifte seinen. Ich blieb stehen. Er auch.
Sein Atem war warm an meinem Hals. Ich drehte mich nicht um. Ich wartete. Seine Hand legte sich auf meine Hüfte, erst vorsichtig, dann fester. Ich lehnte mich zurück an seine Brust, spürte seinen harten Schwanz durch den rauen Stoff seiner Arbeitshose an meinem Hintern.
Er drehte mich um, hob mich auf die Fensterbank. Kein Wort. Er schob mein Shirt hoch, seine rauen Finger an meinen Brüsten, sein Mund auf meinem Schlüsselbein. Ich öffnete seinen Gürtel, die Schnallen des Werkzeuggürtels klirrten auf dem nackten Boden. Er zog meine Jeans runter, ging kurz in die Knie, seine Zunge fand meine nasse Mitte, leckte mich gierig, bis ich zitterte.
Dann stand er auf, drang in mich ein – langsam zuerst, dann härter. Ich klammerte mich an seine Schultern, meine Fersen in seinen Rücken gedrückt. Das leere Haus hallte wider von meinem Stöhnen. Er fickte mich tief und gleichmäßig, seine Stirn an meiner, sein Blick in meinem. Ich kam so heftig, dass ich ihm die Nägel ins Fleisch grub. Er folgte Sekunden später, heiß und zuckend in mir.
Danach Stille. Nur unser Atem. Er küsste meine Stirn, zog sich an, schnallte den Gürtel wieder um. „Morgen komme ich die Fugen machen."
Ich kann es kaum erwarten.
