
Sex im Weltraum klingt wie eine verrückte Fantasie – bis du in der Schlafkabine der Internationalen Raumstation schwebst und durch das kleine Bullauge die blaue Erde siehst. Alles ist gedämpft hier oben. Das stetige Summen der Lebenserhaltungssysteme, das sanfte Blau, das durch die Scheibe fällt, und die seltsame Stille, die alles unwirklich macht. Dein Körper schwebt Millimeter über der dünnen Schlafunterlage, gehalten nur von einem lockeren Gurt um deine Hüften.
Dann öffnet sich die Luke. Kommandant Rivas schiebt sich herein – breite Schultern, die kaum durch die Öffnung passen, das Haar in alle Richtungen abstehend wie bei jedem hier oben. Seine Augen sind dunkelbraun, warm und gerade sehr direkt auf dich gerichtet. Er trägt nur das enge Unterhemd der Crew, und du siehst jeden einzelnen Muskel, der sich unter dem Stoff abzeichnet.
„Kannst du auch nicht schlafen?", fragst du und versuchst, unschuldig zu klingen.
Er zieht die Luke hinter sich zu. „Ich hatte eine bessere Idee als Schlafen."
Sein Grinsen ist unverschämt. Er stößt sich ab, gleitet durch die Kabine und fängt sich an deinem Gurt. Seine Hand legt sich auf deinen Bauch, warm durch den dünnen Stoff. In der Schwerelosigkeit drückt nichts – alles ist Berührung, federleicht und trotzdem brennend.
Du ziehst ihn am Kragen zu dir. Eure Lippen treffen sich, und sofort dreht ihr euch langsam umeinander, schwerelos verschlungen. Er schmeckt nach dem beschissenen Stationskaffee, und du musst in seinen Mund lachen. „Romantisch", murmelst du.
„Halt dich fest", flüstert er, und seine Finger schieben sich unter dein Shirt, wandern über deine Rippen, umfassen deine Brust. Du spürst, wie deine Nippel hart werden unter seinem Daumen. Dein Atem geht schneller. Er streift dir das Shirt über den Kopf – es schwebt davon wie ein kleiner Geist.
Ihr kämpft lachend mit euren Hosen, stoßt euch gegenseitig von den Wänden ab. Sex mit einem Astronauten ist offenbar auch eine Frage der Physik. Dann endlich – Haut auf Haut. Er drückt dich gegen die gepolsterte Wand, hält sich am Griff über dir fest und dringt langsam in dich ein. Ohne Schwerkraft spürst du jeden Zentimeter intensiver, jede Bewegung ein schwebendes Pulsieren.
Du schlägst die Beine um seine Hüften, ziehst ihn tiefer. Er stöhnt an deinem Hals, und der Klang vibriert durch deinen ganzen Körper. Ihr bewegt euch in einem Rhythmus, der euch langsam durch die Kabine rotieren lässt – Erde, Sterne, seine Augen, wieder Erde.
Als du kommst, greifst du in sein Haar und presst deinen Mund auf seinen, damit die ganze Station nicht mitbekommt, wie laut du bist. Er folgt dir Sekunden später, zitternd, atemlos, sein Gesicht an deiner Schulter.
Danach schwebt ihr ineinander verschlungen, und die Erde dreht sich still unter euch weiter.
