
Ich erinnere mich noch genau an das Geräusch. Dieses leise Knacken der Heizungsrohre, bevor er klingelte. Ich hatte den ganzen Vormittag gefroren, die Wohnung war kalt, und ich trug nur diesen dünnen Wollpullover über nackter Haut. Wenn ich ehrlich bin – und das ist mein Tagebuch, also bin ich ehrlich – war genau dieser Moment der Anfang von allem. Sexgeschichten Hausbesuch mit leisem Knistern, so würde ich es beschreiben, wenn ich es jemandem erzählen müsste. Aber ich erzähle es nur diesen Seiten.
Meine Altbauwohnung im Nachmittagslicht. Hohe Decken, Dielenboden, der unter jedem Schritt ächzt. Die Lampe auf dem Beistelltisch tauchte alles in warmes Bernstein. Es roch nach Kaffee und nach dem Lavendelöl, das ich mir morgens auf die Handgelenke tupfe. Draußen regnete es leise gegen die Scheiben.
Er war Mitte dreißig, trug einen dunkelblauen Overall, halb geöffnet am Kragen. Breite Hände, Sommersprossen auf den Unterarmen, ein Lächeln, das schief war und genau dadurch ehrlich wirkte. Er roch nach Seife und nach etwas Metallischem – nach Arbeit. Seine Stimme war ruhig, tief, und wenn er sich vorbeugte, um die Ventile zu prüfen, spannte sich der Stoff über seinen Schultern.
Ich brachte ihm Kaffee. Unsere Finger berührten sich an der Tasse. Er hielt meinen Blick eine Sekunde zu lang. Ich auch.
Er kniete vor dem Heizkörper in meinem Schlafzimmer, drehte an einem Ventil, und ich stand hinter ihm und starrte auf seinen Nacken. Auf die kleine Stelle, wo sein Haar aufhörte und die Haut begann. Ich sagte etwas Dummes über die Kälte. Er stand auf, drehte sich um, und plötzlich war sein Gesicht so nah an meinem, dass ich seinen Atem auf meinen Lippen spürte.
Ich küsste ihn zuerst. Ich zog ihn an seinem Overall zu mir, und er presste mich gegen die Wand, seine rauen Hände schoben meinen Pullover hoch, griffen fest um meine Taille. Ich stöhnte in seinen Mund, als seine Finger zwischen meine Schenkel glitten, mein Slip zur Seite geschoben wurde. Er rieb langsam, gezielt, sein Daumen kreiste über meine Klitoris, während er mich mit dunklen Augen ansah. So?, fragte er leise. Ich nickte, konnte kaum atmen.
Er hob mich hoch, ich schlang die Beine um ihn, und er fickte mich dort gegen die kalte Wand, tief und rhythmisch, bis mir die Knie zitterten und ich kam – heftig, laut, seinen Namen keuchend, den ich kaum kannte.
Danach reparierte er die Heizung. Die Wohnung wurde warm. Aber ich brannte längst.
