
Die Sonne drückt gegen die Fassade. Dritter Stock, Altbau, die Fenster blind vor Staub. Unten rauscht der Verkehr, oben ist es still. Solche Sexgeschichten beginnen nicht im Schlafzimmer – sie beginnen auf der Leiter, mit einem Fensterputzer, der zu viel sieht.
Er heißt nicht wichtig. Was zählt: breite Hände, braun gebrannt vom Draußensein. Unterarme, an denen sich Sehnen abzeichnen, wenn er den Abzieher über das Glas führt. Schwarzes Shirt, hochgekrempelt. Ein Dreitagebart, der aussieht, als würde er auf deiner Haut kratzen. Sein Blick ist ruhig. Konzentriert. Bis er es nicht mehr ist.
Du stehst in der Küche. Nur ein dünnes Sommerkleid, nichts darunter. Du hast ihn vergessen – den Termin, die Leiter, die seit einer Stunde am Haus lehnt. Dann das Geräusch. Gummi auf Glas. Du drehst dich um.
Er steht auf der Leiter, direkt vor deinem Fenster. Seine Augen treffen deine. Er hält inne. Der Abzieher tropft. Du bewegst dich nicht. Er bewegt sich nicht. Die Luft zwischen euch ist dick wie das Licht, das durch den nassen Film auf der Scheibe fällt.
Du hebst die Hand. Langsam. Legst sie an den Fenstergriff. Drehst ihn. Das Fenster schwingt auf, und plötzlich ist er nah. Der Geruch nach Seifenwasser und Schweiß.
„Ich bin noch nicht fertig", sagt er leise.
„Dann komm rein und mach fertig."
Er greift den Rahmen, zieht sich hoch. Ein Bein, dann das andere. Er steht in deiner Küche, größer als gedacht, die nassen Hände an seinen Oberschenkeln abgewischt. Du trittst nicht zurück. Er tritt nicht vor. Noch nicht.
Dann seine Hand an deiner Hüfte. Fest. Die andere schiebt den Stoff deines Kleides hoch, über den Oberschenkel, höher. Seine rauen Finger auf deiner nackten Haut. Du atmest scharf ein.
Er dreht dich um. Deine Hände auf der Küchenarbeitsplatte, das offene Fenster vor dir, die Stadt darunter. Sein Mund an deinem Nacken. Seine Zähne streifen dein Ohr. „Soll ich aufhören?" Du schüttelst den Kopf.
Er dringt in dich ein. Langsam zuerst, dann tiefer. Deine Finger krallen sich an die Kante. Sein Atem an deinem Hals, heiß und schwer. Jeder Stoß drückt dich gegen das kalte Holz. Du stöhnst laut, und es ist dir egal – das Fenster steht offen, die ganze Straße könnte es hören.
Er wird schneller. Härter. Seine Hand wandert zwischen deine Beine, reibt deine Klit im Rhythmus seiner Stöße. Du kommst mit einem Laut, der dir fremd ist. Dunkel. Tief. Er folgt dir Sekunden später, presst sich gegen dich, bebt.
Stille. Nur der Verkehr unten. Er küsst deinen Nacken. Einmal, leicht.
„Nächste Woche wieder?", fragt er.
Du lächelst gegen die Arbeitsplatte. „Ich lass die Fenster schmutzig."
