
Ich erinnere mich an diese Sommernacht, als wäre sie in meine Haut gebrannt. Juli, unerträgliche Hitze, und jemand hatte mir eine Adresse zugesteckt – ein geheimer Nachtclub in einem Hinterhof, den man nur fand, wenn man wusste, wo man klopfen musste. Drei Mal gegen die Stahltür. Dann öffnete sich alles.
Drinnen: rotes Licht, das über nackte Backsteinwände kroch. Schwerer Bass, der in meinem Brustkorb vibrierte. Die Luft war geheime schwüle Dichte – Schweiß, süßer Rauch, Parfum, das sich mit etwas Aniimalischem mischte. Überall Körper, die sich bewegten, aneinander vorbeistrichen, absichtlich zu nah.
Und dann er. An der Bar, ein Glas zwischen den Fingern, das er nicht trank. Dunkles Hemd, die oberen Knöpfe offen, Schlüsselbein glänzend vom Schweiß. Kantiges Gesicht, volle Lippen, Dreitagebart. Aber es waren seine Augen – dunkel, ruhig, direkt. Er sah mich an, als würde er bereits wissen, wie ich klinge, wenn ich komme.
Verbotene Blicke. So nenne ich das jetzt. Dieses stille, aufregendes Spiel, das wir spielten. Ich drehte mich weg, trank, spürte seinen Blick auf meinem Rücken, auf meinem Nacken, tiefer. Ich ließ mein Kleid von der Schulter rutschen – zufällig natürlich. Er leckte sich über die Unterlippe. Nicht zufällig.
Irgendwann stand er hinter mir. Sein Atem an meinem Ohr, seine Hand auf meiner Hüfte. „Du willst das hier genauso wie ich." Keine Frage. Ich lehnte mich zurück, spürte ihn hart an meinem Hintern, und alles in mir wurde flüssig.
Er zog mich in einen dunklen Nebenraum. Samtvorhang, ein schmales Sofa. Er schob mein Kleid hoch, seine Finger glitten zwischen meine Schenkel, fanden mich durchnässt. „Fuck", flüsterte er, und das Wort allein ließ mich zittern. Ich öffnete seine Hose, nahm ihn in die Hand – heiß, pulsierend, ungeduldig.
Er drang in mich ein, und ich biss ihm in die Schulter, um nicht zu schreien. Leidenschaft, die keinen Namen brauchte. Er fickte mich tief und langsam, dann schnell, seine Stirn an meiner, sein Blick in meinem. Diese erotische Anziehung war wie Schwerkraft – unausweichlich.
Ich kam zuerst, zitternd, seine Hand über meinem Mund. Er folgte Sekunden später, ein raues Stöhnen gegen meinen Hals.
Danach: Stille. Schwere Atmung. Er küsste meine Stirn, und dann war er weg. Ich kenne nicht mal seinen Namen. Aber in dieser Sommernacht brauchte ich keinen.
