
Ich erinnere mich an die Linie. Eine einzige geschwungene Linie, die unter ihrem Nacken begann und in ihrem Rücken verschwand. Das war der Moment, in dem mein Abend kippte. Wenn ich an Sexgeschichten Frau mit Rückentattoo denke, dann ist es genau diese Nacht, die mir sofort in den Kopf schießt – und nie wieder rausgeht.
Die Rooftop-Bar war voll, Sommerhitze klebte an der Haut, Lichterketten tauchten alles in dieses weiche Bernstein. Musik, Stimmengewirr, der Geruch von warmem Beton und Gin Tonic. Ich stand an der Brüstung, die Skyline vor mir, als sie sich neben mich stellte. Rückenfreies Kleid, schwarz, schlicht. Aber ihr Rücken – Gott, ihr Rücken.
Das Tattoo war eine Schlange. Detailliert, mit feinen Schuppen, die sich vom Nacken über die Wirbelsäule schlängelten und irgendwo unter dem Stoff verschwanden. Ich konnte nicht aufhören hinzustarren. Sie bemerkte es. Drehte sich zu mir, dunkle Augen, ein Lächeln, das sagte: Ich weiß genau, was du gerade denkst.
Wir redeten. Über nichts Wichtiges. Ihre Stimme war tief, ein bisschen rau, und jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, sah ich, wie sich die Schlange mit ihren Schulterblättern bewegte. Lebendig. Ich wollte sie mit den Fingern nachfahren. Mit der Zunge.
Irgendwann nahm sie meine Hand und legte sie auf ihren unteren Rücken. Einfach so. Ihre Haut war heiß und glatt, und unter meinen Fingerspitzen spürte ich die leicht erhabene Tinte. „Du willst sie sehen, oder?", flüsterte sie. Keine Frage. Eine Feststellung.
In ihrer Wohnung ließ sie das Kleid fallen. Die Schlange endete knapp über ihrem Arsch, der Schwanz spiralförmig eingerollt. Ich kniete mich hinter sie und küsste jede einzelne Windung. Sie stöhnte leise, griff nach hinten in meine Haare. Meine Hände umfassten ihre Hüften, zogen sie zu mir.
Ich fickte sie von hinten, langsam zuerst, mein Blick auf die Schlange gerichtet, die sich unter meinen Stößen zu winden schien. Sie drückte ihr Gesicht ins Kissen, wurde lauter, fordernder. Ich packte ihre Schultern, zog sie hoch, presste meinen Mund an ihren Nacken – genau dort, wo die Tinte begann. Sie kam zitternd, mit einem Laut, der mir durch den ganzen Körper fuhr. Ich folgte ihr Sekunden später, tief in ihr, meine Stirn an ihrem tätowierten Rücken.
Danach lagen wir still. Mein Finger fuhr die Schlange ab, vom Schwanz bis zum Kopf. Sie lächelte verschlafen. „Die meisten fragen nach der Bedeutung", murmelte sie. Ich küsste die Stelle zwischen ihren Schulterblättern. „Ich nicht."
