
Ich erinnere mich an die Linie. Geschwungen, schwarz, direkt unter ihrem Haaransatz. Ein kleines Motiv, vielleicht eine Schlange, vielleicht eine Welle – ich konnte es nicht genau erkennen, weil sie immer wieder den Kopf drehte. Aber genau das machte mich fertig. Wenn ich an sexgeschichten frau mit tattoo im nacken denke, dann ist es genau dieser Abend, der mich nicht loslässt.
Die Weinbar war eng, warm, fast zu dunkel. Kerzen flackerten auf den Tischen, der Lack der Holztheke glänzte feucht. Es roch nach Wachs und schwerem Rotwein. Ich saß allein, wollte eigentlich nur einen ruhigen Abend. Dann setzte sie sich an den Tisch vor mir.
Kurze schwarze Haare, an den Seiten rasiert. Schmale Schultern in einem weiten Pullover, der immer wieder von einer Seite rutschte. Und dieser Nacken. Frei, blass, mit der Tinte darauf wie eine Einladung. Sie hatte etwas Unnahbares, etwas Raues. Ihre Finger spielten mit dem Weinglas, und jede Bewegung zog den Stoff ein Stück weiter von ihrer Schulter.
Ich starrte. Sie wusste es. Irgendwann drehte sie sich um, langsam, und sah mich an. Kein Lächeln. Nur dieser Blick, der sagte: Komm her oder lass es.
Ich ging zu ihr. Setzte mich neben sie. Sagte nichts. Sie lehnte sich vor, nahm mein Glas und trank daraus. Dann flüsterte sie: „Du guckst die ganze Zeit auf meinen Nacken." Ich nickte. „Dann fass ihn an."
Meine Finger legten sich auf die Tinte. Ihre Haut war heiß. Sie schloss die Augen und atmete scharf ein. Ich fuhr die Linie nach, runter zum Wirbel, spürte den feinen Flaum. Ihr Kopf sank nach vorn, gab mir mehr Fläche. Meine Lippen ersetzten die Finger. Ich schmeckte Salz und Parfum, und sie griff unter dem Tisch nach meinem Oberschenkel, ihre Nägel drückten sich durch den Stoff.
Wir landeten bei ihr. Flur, keine Geduld. Sie stand mit dem Gesicht zur Wand, die Hände flach dagegen, der Pullover ausgezogen. Ich kniete mich hin, küsste ihren Rücken hoch, jeden Wirbel, bis ich wieder an dem Tattoo war. Meine Hand glitt zwischen ihre Beine, fand sie nass und heiß. Sie stöhnte gegen die Wand, drückte sich mir entgegen. Ich rieb sie in festen, kreisenden Bewegungen, meine Zunge auf der Tinte, bis sie zitterte, laut wurde, meine Hand umklammerte und kam – heftig, ihren ganzen Körper durchlaufend.
Danach standen wir einfach da, atmend. Sie drehte sich um, sah mich an und lachte leise. „Wusste ich doch", sagte sie. „Das Tattoo wirkt immer."
