
Ich muss das aufschreiben, bevor es verblasst. Was heute in der Bibliothek passiert ist – das war eine dieser sexgeschichten frau und mann stille spannung, die man eigentlich nicht für möglich hält. Nicht im echten Leben. Nicht an einem Dienstagnachmittag zwischen verstaubten Regalen.
Der Lesesaal war fast leer. Spätnachmittag, goldenes Licht fiel durch die hohen Fenster, Staubpartikel tanzten in den Strahlen. Es roch nach altem Papier und Holzpolitur. Diese schwere, warme Stille, in der jedes Rascheln laut klingt. Ich saß in der hintersten Ecke, hatte mein Buch vor mir aufgeschlagen und las denselben Absatz zum dritten Mal.
Wegen ihm.
Er saß drei Tische weiter. Dunkle Haare, die ihm in die Stirn fielen. Schlank, aber breite Schultern unter einem aufgekrempelten Hemd. Seine Unterarme – Gott, seine Unterarme. Sehnig, gebräunt, die Ärmel nachlässig hochgeschoben. Er trug eine Brille, die er immer wieder abnahm, um sich die Nasenwurzel zu reiben. Jedes Mal sah er dabei kurz zu mir herüber. Jedes einzelne Mal.
Irgendwann stand ich auf. Tat so, als suchte ich ein Buch im hinteren Regal. Abteilung Romanistik, wo nie jemand hingeht. Mein Herz hämmerte. Ich hörte seine Schritte auf dem Parkett, bevor ich ihn sah.
Er stand plötzlich neben mir. So nah, dass ich sein Aftershave roch – holzig, warm. „Kannst du mir helfen? Oberes Regal?" Seine Stimme war leise, rau. Ich griff nach oben, er griff gleichzeitig, seine Hand legte sich über meine. Keiner zog zurück.
Er drehte mich langsam um. Mein Rücken gegen die Buchrücken. Sein Mund an meinem Ohr: „Seit einer Stunde denke ich an nichts anderes." Dann küsste er mich. Hart, hungrig, seine Zunge teilte meine Lippen. Meine Finger krallten sich in sein Hemd.
Seine Hand glitt unter meinen Rock, schob meinen Slip zur Seite. Ich war schon nass – beschämend nass. Er stöhnte leise gegen meinen Mund, als seine Finger mich fanden. Zwei Finger glitten in mich, sein Daumen rieb langsam über meine Klitoris. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht laut zu werden. Die Stille machte alles intensiver – jedes feuchte Geräusch, jedes unterdrückte Keuchen.
Er fickte mich mit seinen Fingern, rhythmisch, tief, während sein Blick meinen festhielt. „Komm für mich", flüsterte er. Und ich kam. Stumm, zitternd, den Mund an seiner Schulter gepresst, meine Beine kaum noch tragfähig.
Er leckte seine Finger ab. Lächelte. Ging zurück zu seinem Platz.
Ich stehe immer noch zwischen den Regalen und schreibe das hier in mein Handy. Meine Hände zittern noch.
