
Ich erinnere mich an den Moment, als er die Bar betrat. Diesen einen Moment, in dem alles andere verschwamm. Wenn ich an Sexgeschichten mit einem Mann im Anzug denke, dann ist es immer diese eine Nacht, die mir sofort in den Kopf schießt. Ich schreibe das hier auf, weil ich es nicht vergessen will. Weil mein Körper es nicht vergisst.
Die Hotelbar war fast leer. Gedämpftes Licht, bernsteinfarben, überall dunkles Holz und schwerer Samt. Leise Jazzmusik. Ich saß allein an der Theke, ein Glas Rotwein vor mir, und wollte eigentlich nur den Tag hinter mir lassen. Dann ging die Tür auf.
Er trug einen nachtblauen Anzug. Maßgeschneidert, das sah man sofort – die Art, wie der Stoff seine Schultern umschloss, wie das Revers flach und makellos an seiner Brust lag. Schmale Taille. Offener Kragenknopf, kein Einstecktuch, nichts Überflüssiges. Dunkle Haare, leicht zurückgestrichen, ein Dreitagebart, der sein Kinn kantiger wirken ließ. Er roch nach Zedernholz und etwas Warmem, das ich nicht benennen konnte. Dieser Mann war kein Zufall. Er war eine Inszenierung.
Er setzte sich neben mich. Bestellte Whiskey. Wir redeten über nichts Wichtiges, aber seine Stimme – tief, ruhig, mit einer Spur Heiserkeit – legte sich auf meine Haut wie eine Hand, die noch nicht berührt, aber es verspricht. Sein Blick wanderte über meinen Mund, mein Dekolleté, ohne sich zu entschuldigen. Ich spürte, wie ich feucht wurde, nur von diesem Blick.
Sein Zimmer. Achter Stock. Kaum war die Tür zu, drückte er mich gegen die Wand. Seine Lippen an meinem Hals, fordernd, heiß. Meine Finger griffen in sein Revers, zogen ihn näher. Ich schob das Sakko über seine Schultern, ließ es fallen. Dieses Geräusch – schwerer Stoff auf Teppich. Mein Anzug-Fetisch explodierte regelrecht.
Ich öffnete seine Hemdknöpfe, einen nach dem anderen, küsste jede freigelegte Stelle. Er zerrte mein Kleid hoch, seine Finger schoben meinen Slip zur Seite und fanden mich so nass, dass er leise stöhnte. Er hob mich hoch, ich schlang meine Beine um ihn, und er drang in mich ein, tief, mit einem einzigen festen Stoß. Ich schrie auf, krallte mich in sein Hemd.
Er fickte mich gegen diese Wand, sein Mund an meinem Ohr, seine Worte schmutzig und zärtlich gleichzeitig. Seine Anzughose hing an seinen Hüften, der Gürtel klirrte bei jedem Stoß. Ich kam so heftig, dass meine Beine zitterten und ich seinen Namen rief, obwohl ich ihn gar nicht kannte.
Am nächsten Morgen lag sein Anzug zerknittert auf dem Boden. Er schlief noch. Ich hob das Sakko auf, drückte es an mein Gesicht und atmete ihn ein. Dann ging ich. Aber das hier – das bleibt.
