
Bernsteinfarbenes Licht fällt auf poliertes Mahagoni. Die Hotelbar im dreiundzwanzigsten Stock schwebt über der Stadt wie ein dunkler Kokon, abgeschirmt vom Lärm der Straßen. Eiswürfel klirren in schweren Gläsern, Jazz kriecht aus unsichtbaren Lautsprechern – und wer auf der Suche nach Sexgeschichten Mann mit markantem Gesicht ist, findet hier den perfekten Schauplatz. Der Barkeeper poliert Gläser, ohne aufzusehen. Draußen glüht die Skyline.
Clara bemerkt ihn, bevor sie ihn wirklich sieht. Eine Silhouette am Ende der Bar, den Ellbogen auf die Theke gestützt, ein Bourbon vor sich. Dann dreht er den Kopf, und das Licht fängt sein Gesicht ein – diesen Kiefer. Kantig, scharf geschnitten, als hätte jemand ihn aus Stein gemeißelt. Eine schmale Narbe zieht sich über sein Kinn. Dunkle Augen unter schweren Brauen, ein Dreitagebart, der die harten Linien noch betont. Sein Mund ist voll, fast zu weich für dieses Gesicht, und genau dieser Widerspruch macht ihn unverschämt anziehend.
Er mustert sie. Nicht flüchtig – langsam. Von den Knöcheln über die Knie, die nackte Haut zwischen Saumkante und Oberschenkel, hoch zu ihren Lippen. Clara spürt seinen Blick wie Fingerspitzen. Sie hebt ihr Glas, trinkt, ohne den Augenkontakt zu brechen.
Drei Minuten später sitzt er neben ihr. Sein Aftershave riecht nach Zedernholz und Rauch. Er sagt wenig. Legt seine Hand auf die Theke, nah genug, dass seine Fingerknöchel ihre streifen. Kommst du oft hierher? Nein. Aber sie weiß, dass sie mit ihm auf sein Zimmer gehen wird, noch bevor er sein Glas geleert hat.
Im Fahrstuhl drückt er sie gegen die Spiegelwand. Sein Kiefer streift ihren Hals, rau vom Bart, und sie stöhnt gegen seine Schläfe. Seine Hände schieben ihr Kleid hoch, greifen ihre Hüften, ziehen sie gegen seine Erektion. Die Tür öffnet sich. Er zerrt sie den Flur entlang.
Im Zimmer kein Licht. Nur die Stadt, die durch die Fensterfront hereinfällt. Er dreht sie um, drückt ihre Hände flach gegen das Glas. Kühle Scheibe an ihren Brüsten, sein heißer Atem an ihrem Ohr. Er schiebt ihr Höschen zur Seite und dringt von hinten in sie ein – tief, langsam, mit einem tiefen Knurren an ihrem Nacken. Clara presst die Stirn gegen das Fenster und sieht die Lichter der Stadt unter sich verschwimmen.
Er fickt sie mit diesem beherrschten Rhythmus, der sie wahnsinnig macht – jeder Stoß kontrolliert, präzise, als hätte er alle Zeit der Welt. Seine Hand gleitet zwischen ihre Beine, reibt ihre Klitoris, und sie spürt, wie alles in ihr sich zusammenzieht. Komm, flüstert er an ihrem Ohr, und seine raue Kieferlinie schabt über ihre Wange.
Sie kommt mit einem Schrei, der gegen das Glas hallt. Er folgt Sekunden später, die Finger in ihre Hüften gekrallt. Sie bleiben so stehen, schwer atmend, verschwitzt, während dreiundzwanzig Stockwerke unter ihnen die Stadt weiterpulsiert, als wäre nichts geschehen.
