
Du gehörst nicht zu den Frauen, die in Fahrstühlen nach unten schauen. Aber heute Abend, als sich die Türen im Erdgeschoss eines Hochhauses schließen und du merkst, dass diese Sexgeschichten, die du heimlich liest, plötzlich nach dir greifen – heute schaust du auf den Boden. Weil er hinter dir steht.
Er ist kurz nach dir eingestiegen. Dunkler Mantel, offener Kragen, ein Aftershave, das nach Zedernholz und warmem Leder riecht. Du hast sein Gesicht nur eine Sekunde lang gesehen – markante Kieferpartie, dunkle Augen, ein Mund, der aussieht, als wüsste er genau, was er mit ihm anstellen kann. Frau und Mann, eingesperrt in vier Quadratmeter gebürstetem Stahl.
Stockwerk drei. Du spürst seinen Blick in deinem Nacken. Nicht aufdringlich. Langsam. Er wandert über deine Schultern, den Ausschnitt deines Kleides, die Stelle, wo dein Haar deine Haut freigibt. Dein Atem wird flacher.
Stockwerk sechs. Du drehst dich nicht um. Aber du richtest dich auf. Schiebst die Schultern minimal zurück, sodass sich der Stoff deines Kleides über deine Brüste spannt. Du weißt, dass er es sieht. Du willst, dass er es sieht.
Stockwerk neun. Er tritt einen halben Schritt näher. Die Wärme seines Körpers kriecht über deinen Rücken. Sein Atem streift dein Ohr, so nah, dass sich die feinen Härchen an deinem Hals aufstellen. Dein Höschen wird feucht. Einfach so. Ohne eine einzige Berührung.
Stockwerk zwölf. Sein Finger. Ein einziger Finger. Er streicht über deinen nackten Oberarm, von der Schulter bis zum Ellbogen. So langsam, dass du jede Rille seines Fingerabdrucks zu spüren glaubst. Dein Unterleib zieht sich zusammen, heiß und fordernd. Du presst die Schenkel zusammen.
Stockwerk fünfzehn. Dieser intensive Moment dehnt sich, wird zähflüssig wie Honig. Seine Hand legt sich auf deine Hüfte. Sein Daumen zeichnet einen Kreis auf den dünnen Stoff. Du lehnst dich zurück, spürst seine Erektion an deinem Hintern, hart und unmissverständlich, und ein leises Stöhnen entweicht deinen Lippen.
Stockwerk siebzehn. Sein Mund an deinem Hals. Kein Kuss – nur seine geöffneten Lippen, sein heißer Atem auf deiner Haut. Seine Hand gleitet tiefer, über deinen Bauch, seine Finger schieben sich zwischen deine Schenkel, drücken durch den Stoff gegen deine nasse, pochende Mitte. Du keuchst, greifst hinter dich, krallst dich in seinen Mantel.
Stockwerk achtzehn. Ding. Die Türen öffnen sich. Er tritt zurück. Du stehst da, mit zitternden Knien, brennend zwischen den Beinen, den Abdruck seiner Finger noch auf deiner Haut. Erotik im Fahrstuhl – achtzehn Stockwerke, kein einziges Wort, und du bist völlig aufgelöst.
Du drehst dich um. Er lächelt. Und drückt den Knopf für das Erdgeschoss.
