Zeltgeflüster unter Sternen – so hatte er es genannt, als er dich einlud. Ein Wochenende am See. Nur ihr zwei. Das Zelt steht auf einer Lichtung zwischen Kiefern, der Boden weich von Moos und Nadeln. Über euch nichts als schwarzer Himmel, durchstochen von tausend Lichtpunkten. Die Luft riecht nach Harz und kaltem Wasser. Irgendwo ruft ein Käuzchen. Sonst: Stille.
Er sitzt neben dir am erloschenen Feuer. Die letzte Glut wirft ein schwaches Orangerot auf seine Wangenknochen. Seine Hände sind rau vom Holzhacken, seine Stimme tief und ruhig. Er redet wenig. Er muss nicht. Es sind seine Augen, die sprechen. Dunkel, aufmerksam. Sie bleiben an deinem Mund hängen, wandern zu deinem Schlüsselbein, zurück. Er lächelt nicht. Er wartet.
Du stehst auf. Gehst zum Zelt. Lässt den Reißverschluss offen.
Sekunden vergehen. Dann hörst du seine Schritte auf dem weichen Boden. Langsam. Sicher. Er kriecht hinter dir ins Zelt, zieht den Reißverschluss zu. Die Dunkelheit ist jetzt vollständig. Nur sein Atem. Nah.
Seine Hand findet deinen Knöchel. Wandert aufwärts. Über deine Wade, die Innenseite deines Knies. Du liegst still auf dem Schlafsack, spürst das dünne Material unter deinem Rücken, spürst seine Finger, die sich unter den Saum deines Shirts schieben. Raue Fingerkuppen auf glatter Haut. Dein Bauch zieht sich zusammen.
Er beugt sich über dich. Sein Mund streift dein Ohr. „Ich hab den ganzen Tag daran gedacht." Sein Flüstern vibriert in deinem Nacken. Seine Lippen wandern tiefer, küssen deine Kehle, die Kuhle zwischen deinen Schlüsselbeinen. Du greifst in seine Haare, ziehst ihn fester an dich.
Er schiebt dein Shirt hoch, sein Mund schließt sich um deine Brustwarze. Du stöhnst leise. Draußen rauscht der Wind durch die Kiefern. Hier drinnen nur Hitze, nur sein Gewicht auf dir, seine Hüften zwischen deinen Schenkeln. Du spürst ihn hart gegen dich drücken, reibst dich instinktiv an ihm.
Kleidung wird zur Nebensache. Seine Hose, deine Shorts – alles wird hastig abgestreift, landet irgendwo im Dunkeln. Als er in dich gleitet, presst du dein Gesicht an seine Schulter, beißt leicht zu. Er stöhnt heiser, beginnt sich zu bewegen. Langsam erst. Tief. Jeder Stoß durchzuckt dich bis in die Fingerspitzen.
Das Zelt bewegt sich im Wind. Eure Körper bewegen sich gegeneinander. Schneller. Deine Nägel graben sich in seinen Rücken. Sein Atem wird rauh, abgehackt. Du spürst, wie sich alles in dir zusammenzieht, heißer, enger, bis es bricht – lautlos fast, nur ein Zittern, das durch euch beide rollt.
Danach: Stille. Sein Kopf auf deiner Brust. Deine Finger in seinem Haar. Durch die dünne Zeltwand schimmern die Sterne. Sein Atem wird ruhig. Deiner auch. Die Nacht gehört euch.
