Yoga im Kerzenlicht. Du hast die Vorhänge zugezogen, die Deckenlampe ausgeschaltet. Nur drei Kerzen brennen auf dem niedrigen Tisch neben deiner Matte. Ihr Schein wandert über die Wände wie langsame Finger. Die Wohnung riecht nach Sandelholz. Draußen die Stadt, gedämpft. Hier drinnen nur dein Atem.
Du trägst nichts außer einem weichen Top und einer kurzen Hose. Barfuß stehst du auf der Matte. Der Stoff liegt dünn auf deiner Haut. Du spürst alles. Die Wärme der Kerzen. Die kühle Luft an deinen Oberschenkeln. Jede Faser.
Du beginnst langsam. Streckst dich nach oben, die Arme lang, die Wirbelsäule zieht sich auseinander. Beim Vorbeugen gleiten deine Fingerspitzen über deine Schienbeine. Du schließt die Augen. Der herabschauende Hund. Deine Hüften hoch, dein Rücken gedehnt, deine Oberschenkel zittern leicht. Du hältst die Position. Atmest. Spürst, wie das Blut in deinen Unterleib fließt.
Dann die Taube. Du sinkst mit dem rechten Bein nach vorn, das linke gestreckt hinter dir. Die Dehnung zieht tief durch deine Hüfte, durch deinen Beckenboden. Du stöhnst leise. Es ist dieser Schmerz, der kein Schmerz ist. Es ist Öffnung. Du lehnst dich tiefer, die Stirn fast am Boden, und spürst, wie die Dehnung sich verändert – wie sie pulsiert, warm wird, zwischen deine Beine wandert.
Du rollst dich auf den Rücken. Die Matte unter dir, die Schatten über dir. Deine Knie fallen zur Seite, die Fußsohlen aneinander. Schmetterling. Deine Hüften geöffnet. Die Luft berührt dich dort, wo du feucht wirst.
Deine Hand legt sich auf deinen Bauch. Gleitet tiefer. Kein Widerstand. Nur Instinkt. Deine Finger schieben sich unter den Bund deiner Hose, finden dich nass und geschwollen. Du reibst langsam, kreisend, im Rhythmus deines Atems. Dein Becken hebt sich von der Matte. Deine Lippen sind geöffnet. Die Kerzen flackern.
Du machst es dir nicht schnell. Du dehnst auch das. Jede Welle, die durch dich rollt, hältst du einen Moment länger, lässt sie größer werden. Deine Finger drücken fester. Dein Rücken krümmt sich. Dann kommt es – tief, langsam, von innen. Es zieht durch deinen gesamten Körper wie eine letzte, endlose Dehnung.
Du liegst still. Der Atem wird ruhig. Die Kerzen brennen weiter. Der Sandelholzduft hüllt dich ein. Savasana.
