Der Pole Dance Kurs ist seit zehn Minuten vorbei. Die anderen sind längst gegangen. Nur das Summen der Lüftung füllt den Raum, und das violette Licht über den Spiegeln wirft lange Schatten auf den glänzenden Boden. Es riecht nach Schweiß, nach Grip-Spray, nach Anstrengung. Die Stange in der Mitte schimmert feucht.
Du bist allein in der Umkleide. Dachtest du. Bis die Tür aufgeht und sie hereinkommt.
Lena. Die Trainerin. Schwarzes Sport-Top, das an ihrem Oberkörper klebt. Kurze Shorts, die kaum ihre Oberschenkel bedecken. Ihre Haut glänzt. An ihrem Hals rinnt ein Schweißtropfen nach unten, verschwindet zwischen ihren Brüsten. Du starrst eine Sekunde zu lang.
Sie bemerkt es. Lächelt nicht. Sieht dich einfach nur an.
„Du bist noch da", sagt sie. Ihre Stimme ist leiser als im Kurs. Tiefer.
„Ich hab mir Zeit gelassen." Deine Stimme klingt heiserer, als du wolltest.
Sie stellt sich neben dich. Nah. Zu nah für eine Trainerin. Ihr Arm streift deinen, und ihre Haut ist heiß und feucht. Der Geruch ihres Körpers trifft dich wie ein Schlag – salzig, warm, lebendig.
„Deine Hüftbewegung vorhin", flüstert sie. „Die war nicht schlecht."
Ihre Finger legen sich auf deine Hüfte. Fest. Bestimmt. So wie sie im Kurs korrigiert, nur dass ihre Hand jetzt nicht loslässt. Ihre Daumen drücken sich in die Kuhle über deinem Hüftknochen, und dein Atem stockt.
Du drehst dich zu ihr. Eure Gesichter sind Zentimeter voneinander entfernt. Ihr Atem streicht über deine Lippen. Sie riecht nach Minze und Schweiß.
„Zeig mir die Bewegung nochmal", sagt sie.
Du bewegst deine Hüfte. Langsam. Gegen ihre Hand. Gegen sie. Ihr Griff wird fester. Ein leises Stöhnen entweicht ihren Lippen, kaum hörbar, und es schickt eine Welle durch deinen ganzen Körper.
Dann küsst sie dich. Hart. Ihre Zunge drängt in deinen Mund, fordernd, ungeduldig. Ihre Hände schieben sich unter dein Top, greifen deine Brüste, ihre Daumen reiben über deine Nippel, bis du in ihren Mund stöhnst.
Sie drückt dich gegen die kühlen Schließfächer. Das Metall an deinem Rücken, ihre heiße Haut an deiner Front. Ihre Hand gleitet in deine Shorts. Ihre Finger finden dich nass – nicht vom Schweiß. Sie reibt dich langsam, präzise, mit derselben Kontrolle, mit der sie an der Stange arbeitet.
Du kommst mit dem Rücken gegen Schließfach sieben. Beißt dir auf die Lippe. Deine Beine zittern. Sie hält dich fest, bis es vorbei ist.
Dann tritt sie zurück. Leckt sich die Finger ab. Langsam.
„Nächsten Donnerstag", sagt sie. „Bleib wieder länger."
Die Tür fällt hinter ihr ins Schloss. Du stehst da. Allein. Atemlos. Das violette Licht summt leise über dir.
