Ich erinnere mich an den Moment, als mein Atem sich veränderte. Nicht wegen der Steigung, nicht wegen der Wurzeln unter meinen Sohlen. Sondern weil ich ihn zum ersten Mal sah – mitten beim Trailrunning im Wald, an einem Donnerstagnachmittag, der eigentlich nur ein ganz normaler Lauf hätte sein sollen.
Der Trail führte durch dichten Mischwald, die Luft roch nach feuchter Erde und warmem Harz. Licht fiel in schmalen Streifen durch das Blätterdach, fast wie Scheinwerfer auf einer Bühne. Mein Shirt klebte mir am Rücken, der Schweiß lief mir zwischen den Brüsten hindurch. Ich war allein. Dachte ich.
Dann stand er plötzlich am Wegrand. Trinkflasche in der Hand, Oberkörper gebeugt, Hände auf den Knien. Verschwitzt, atemlos, ein Lächeln, das mich sofort aus dem Rhythmus brachte. Dunkle Locken, die an seiner Stirn klebten. Unterarme mit feinen Adern, die unter nasser Haut pulsierten. Seine Augen fanden meine, und ich verlangsamte. Ohne es zu wollen.
Wir liefen ein Stück zusammen. Wortlos zuerst, nur das Knirschen unter unseren Schuhen und unser schweres Atmen. Dann ein Seitenblick. Dann seine Hand an meinem Ellbogen, als ich über eine Wurzel stolperte. Seine Finger blieben einen Herzschlag zu lange.
An einer Lichtung hielten wir an. Ich trank, er beobachtete meinen Hals. Ich spürte seinen Blick wie eine Berührung. Fuck. Ich wollte das. Ich wollte ihn.
Ich lehnte mich an eine Birke, und er kam näher, langsam, fragend. Mein Nicken war kaum sichtbar, aber er verstand. Seine Lippen fanden meinen Hals, schmeckten Salz, seine Hände schoben mein feuchtes Shirt hoch. Ich griff in seine Locken, zog ihn fester an mich. Er drückte mich gegen den Stamm, seine Hüfte presste sich an meine, und ich spürte ihn – hart, drängend.
Er streifte meine Leggings herunter, gerade genug. Seine Finger glitten zwischen meine Beine, fanden mich nass, und nicht vom Schweiß. Ich stöhnte in den Wald hinein, und er kniete sich vor mich, sein Mund heiß und gierig an meiner Mitte. Meine Knie zitterten, meine Nägel kratzten über Rinde.
Er stand auf, drehte mich um. Ich stützte mich am Baum ab, und er drang in mich ein, tief, langsam, dann härter. Jeder Stoß presste meine Wange gegen die raue Birkenrinde. Ich kam so heftig, dass mein Schrei die Vögel aus den Kronen vertrieb.
Danach liefen wir den Trail zurück. Getrennt, ohne Nummer, ohne Namen. Nur der Geschmack von Erde und Begehren auf meinen Lippen.
Ich laufe diesen Trail jetzt jeden Donnerstag.
