Der letzte Aufzug fährt nach oben. Nicht ins Büro. Weiter. Aufs Dach. Die Tür knarzt, als du sie aufschiebst, und dann liegt die Stadt vor dir – ein glühender Streifen am Horizont, der Rest schon in Schatten getaucht. Hier oben passieren die Dinge, die unten niemand ahnt. Eine erotische Alltagsbegegnung, die sich seit Wochen anbahnt.
Sie lehnt bereits am Geländer. Blazer ausgezogen, nur ein schwarzes Top, das an ihren Schultern haftet wie ein Versprechen. Die Luft ist warm und riecht nach aufgeheiztem Beton. Ihr Haar fällt offen, nicht mehr hochgesteckt wie in den Meetings, in denen ihr euch anseht, ohne etwas zu sagen. Jetzt sagt ihr auch nichts. Aber hier oben bedeutet Schweigen etwas anderes.
Du trittst neben sie. Eure Unterarme berühren sich auf dem Metallgeländer. Heiß vom Tag. Ihre Haut noch heißer. Sie dreht den Kopf, und ihr Blick ist dunkel, hungrig. Endlich, sagt er.
Deine Hand legt sich auf ihre Hüfte. Kein Zögern. Nicht heute. Deine Finger schieben sich unter den Stoff ihres Tops, finden nackte Haut, die sich unter deiner Berührung zusammenzieht. Sie atmet scharf ein. Dann greift sie nach deinem Kragen, zieht dich an sich, und ihr Mund trifft deinen – hart, offen, ohne Umwege.
Du drängst sie rückwärts gegen die Betonwand. Ihre Hände zerren an deinem Gürtel, ungeduldig, fahrig. Du schiebst ihren Rock hoch, spürst ihre Oberschenkel unter deinen Handflächen, glatt und fest. Deine Finger gleiten zwischen ihre Beine, und sie ist bereits nass, so verdammt nass, dass du leise fluchst.
„Nicht aufhören." Ihre Stimme ist rau. Ein Befehl.
Du gehorchst nicht – du steigerst. Zwei Finger in ihr, dein Daumen auf ihrer Klitoris, kreisend, drückend. Ihr Rücken presst sich gegen den rauen Beton, ihr Mund steht offen. Die Stadt unter euch rauscht, Sirenen, Hupen, das dumpfe Brummen des Feierabendverkehrs. Niemand schaut nach oben.
Als du in sie eindringst, schließt sie die Augen. Ihre Beine umklammern deine Hüften. Jeder Stoß schiebt sie höher an der Wand, und ihre Finger krallen sich in deine Schultern, bis es brennt. Ihr Stöhnen mischt sich mit dem Wind. Schneller. Tiefer. Ihre Stirn an deiner, Schweiß auf Schweiß.
Sie kommt zuerst – zitternd, laut, mit einem Laut, der dir durch den ganzen Körper fährt. Du folgst Sekunden später, dein Gesicht an ihrem Hals, ihren Puls unter deinen Lippen.
Die Stadt glüht orange. Ihr atmet. Sonst nichts.
