Ich muss das aufschreiben, bevor es verblasst. Bevor mein Kopf es glättet und ordentlich macht, was heute Abend alles andere als ordentlich war. Sex in der Sauna – ich hätte nie gedacht, dass ich das mal in mein Tagebuch schreibe. Aber hier bin ich, noch feucht vom Duschen, und meine Hände zittern immer noch.
Es war kurz vor Schluss im Spa. Dienstag, 21 Uhr, kaum noch jemand da. Die Aufguss-Sauna im hinteren Bereich, die mit den dunklen Holzbänken und dem Fenster zum Innenhof. Bernsteinfarbenes Licht. Der Geruch von Eukalyptus hing schwer in der Luft, und der letzte Aufguss hatte die Temperatur auf fast 90 Grad getrieben. Die Hitze drückte auf meine Haut wie eine zweite Schicht.
Er saß auf der oberen Bank. Nackt im Spa – das ist ja normal, aber bei ihm war es anders. Breite Schultern, dunkle Haare, die am Nacken klebten, Schweißtropfen, die langsam über seine Brust liefen. Er hatte diese ruhige Art, sich zu bewegen. Kein Angeben, kein Wegschauen. Er sah mich an, und ich sah zurück. Einfach so.
Wir waren allein. Irgendwann rutschte ich eine Bank höher. Näher. Die Hitze machte alles langsam und schwer. Er sagte leise: Dein Herzschlag. Ich verstand nicht. Er legte seine Hand auf mein Brustbein, und ich spürte es selbst – dieses Hämmern.
Dann küsste er mich. Salziger Schweiß auf seinen Lippen. Sein Mund war heiß, seine Zunge langsam und bestimmt. Meine Hand glitt über seinen nassen Oberschenkel, höher, und ich spürte, wie hart er schon war. Er stöhnte gegen meinen Mund, leise, tief.
Er zog mich auf seinen Schoß. Das Holz brannte unter meinen Knien, aber es war mir egal. Ich senkte mich auf ihn, und die Hitze der Sauna verschmolz mit der Hitze in mir. Er griff in meine Hüften, fest, seine Finger gruben sich in meine schweißnasse Haut. Ich bewegte mich langsam, kreisend, spürte jeden Zentimeter. Sex im Spa hat etwas Unkontrollierbares – man ist schon so offen, so nackt, so weich von der Wärme.
Er fickte mich von unten, stieß hoch, während ich mich an seinen Schultern festhielt. Der Raum war so still, dass ich jedes feuchte Geräusch hörte, jedes Keuchen. Sein Daumen fand meine Klitoris, rieb in kleinen, genauen Kreisen, und ich kam so heftig, dass ich mir auf die Lippe biss, um nicht zu schreien. Er folgte Sekunden später, presste sein Gesicht an meinen Hals, ein ersticktes Stöhnen.
Danach saßen wir einfach da. Schweiß und Atem. Er strich mir eine nasse Strähne aus dem Gesicht und lächelte. Kein Name. Keine Nummer. Ich duschte kalt, fuhr nach Hause und setze mich jetzt hier hin.
Manche Abende schreibt das Leben selbst.
