Nach dem Sparring hängt die Luft im Gym schwer und feucht. Die Neonröhren summen über den leeren Matten, die letzten Trainierenden sind längst gegangen, und du wickelst gerade deine Bandagen ab, als du ihren Blick im Spiegel auffängst.
Lena. Kurze dunkle Haare, die ihr feucht an den Schläfen kleben. Sportbra, Shorts, ein Streifen Bauch, an dem der Schweiß glänzt. Sie hat dieses schiefe Grinsen, das immer so aussieht, als wüsste sie etwas, das du noch nicht weißt. Seit Wochen trainiert ihr zusammen. Seit Wochen streift sie dich beim Sparring zufällig an Stellen, die nichts mit Boxtechnik zu tun haben.
„Du lässt deine Deckung links immer fallen", sagt sie und kommt näher. Ihre Fingerknöchel tippen leicht gegen deine Rippen.
„Vielleicht will ich, dass du durchkommst."
Ihr Grinsen wird breiter. „Gefährliche Strategie."
Sie steht so nah, dass du die Wärme ihrer Haut spürst, diesen Cocktail aus Adrenalin und etwas Süßem darunter. Dein Puls ist vom Training noch oben – aber das hier ist ein anderer Herzschlag.
Ihre Hand legt sich flach auf deine Brust. Nicht zaghaft. Bestimmt. So wie sie Schläge setzt. „Dein Herz rast ja", murmelt sie und schaut zu dir hoch.
„Liegt am Sparring."
„Lügner."
Du greifst ihre Hüften, ziehst sie an dich. Der erste Kuss schmeckt salzig, atemlos, gierig. Sie beißt dir in die Unterlippe, lacht leise in deinen Mund. Ihre Finger schieben sich unter dein feuchtes Shirt, Nägel über deinen Bauch, und du spürst, wie sich alles in dir zusammenzieht.
Du drängst sie gegen den Boxsack. Das schwere Leder schwingt, und Lena schlingt ein Bein um dich, zieht dich enger. Deine Hand gleitet in ihre Shorts, und sie stöhnt so direkt an deinem Ohr, dass es dich fast verrückt macht. Sie ist heiß und nass, und als deine Finger sie finden, krallen sich ihre Hände in deine Schultern.
„Genau da", flüstert sie, und ihr Atem wird flacher, schneller. Ihr Becken bewegt sich gegen deine Hand, fordernd, rhythmisch. Du spürst, wie sie enger wird, wie ihr ganzer Körper sich spannt – Boxerin durch und durch, jeder Muskel kontrolliert, bis sie die Kontrolle verliert.
Sie kommt mit einem unterdrückten Schrei, den Kopf gegen das Leder gelehnt, zitternd an dir. Dann öffnet sie die Augen, verschwitzt und strahlend.
„Nächste Runde geht an mich", sagt sie und zieht dich am Hosenbund Richtung Umkleide.
Die Neonröhren summen weiter. Der Boxsack schwingt langsam aus.
