Das Rudertraining im Nebel beginnt immer gleich – der Steg unter deinen nackten Füßen ist feucht, die Luft so dicht, dass du den See mehr ahnst als siehst. Fünf Uhr morgens. Die Welt schläft noch. Nur das leise Klatschen des Wassers gegen die Holzplanken. Und dann hörst du seine Schritte.
Er kommt jeden Morgen. Trainiert im Boot neben deinem. Breite Schultern, die sich unter dem dünnen Funktionsshirt abzeichnen, Unterarme, an denen sich die Sehnen spannen, wenn er die Riemen greift. Sein Gesicht verschwindet im Nebel, taucht wieder auf. Er nickt dir zu. Nicht mehr. Nie mehr. Aber seine Augen bleiben einen Moment zu lang.
Heute ist der Nebel dichter. So dicht, dass du sein Boot erst hörst, als es schon neben deinem liegt. Sein Atem geht schwer vom Training, und du merkst, dass du aufgehört hast zu rudern. Dass du nur noch zuhörst. Dem Rhythmus seines Körpers. Dem Geräusch, das entsteht, wenn nasser Stoff über Haut gleitet.
„Komm rüber", sagt er. Leise. Als hätte er es schon hundertmal gedacht.
Du steigst in sein Boot. Es schwankt. Du greifst nach seiner Schulter, und deine Finger finden nasse, heiße Haut unter dem hochgeschobenen Shirt. Er zieht scharf Luft ein. Sein Griff landet an deiner Hüfte – fest, bestimmt, als hätte er wochenlang geprobt, wo genau er dich halten will.
Langsam ziehst du dich auf seinen Schoß. Das Boot wiegt sich träge. Seine Stirn lehnt an deiner, sein Atem mischt sich mit dem Nebel auf deinen Lippen. Noch nicht küssen. Noch nicht. Du spürst seine Härte durch den dünnen Stoff, drückst dich langsam dagegen, und sein Stöhnen vibriert in deinem Brustkorb.
Seine Hand schiebt sich unter dein Top, seine rauen Finger streichen über deinen Bauch, höher, umschließen deine Brust. Dein Rücken biegt sich. Du reibst dich an ihm, qualvoll langsam, und er lässt dich. Lässt dich das Tempo bestimmen, während seine Lippen endlich deinen Hals finden – offen, feucht, gierig.
Der Nebel schluckt jeden Laut. Du schiebst seine Shorts herunter, er deins. Haut auf Haut, glitschig vor Schweiß und Morgenfeucht. Als er in dich gleitet, hält das Boot still. Nur euer Atem existiert. Tief. Rhythmisch. Wie Ruderschläge.
Du kommst lautlos, mit zitternden Schenkeln, seine Zähne leicht in deiner Schulter. Er folgt dir Sekunden später, die Hände in dein Haar verkrallt.
Der Nebel lichtet sich. Ihr trennt euch schweigend. Morgen wieder fünf Uhr.
