Du hast den ganzen Tag darauf gewartet, dass es endlich still wird. Nachtbaden der Begierde – so hättest du das nie genannt, als du dir um Mitternacht dein Handtuch geschnappt und den Aufzug zum Dachpool gedrückt hast. Du wolltest nur Ruhe. Chlor und Sterne. Sonst nichts.
Aber dann ist da dieser Typ.
Er lehnt am Beckenrand, Arme ausgebreitet, Kopf in den Nacken gelegt. Das Wasser reicht ihm bis zur Brust. Dunkle Haare, nass und nach hinten gestrichen. Ein Dreitagebart, der sein Grinsen nur noch frecher wirken lässt, als er dich bemerkt.
„Dachte, ich hätte den Pool für mich allein", sagt er. Seine Stimme ist tief, ein bisschen rau, als hätte er den ganzen Abend gelacht.
„Dachte ich auch." Du lässt dein Handtuch auf eine Liege fallen. Darunter trägst du nur einen schwarzen Bikini, und du spürst seinen Blick wie warmes Wasser auf deiner Haut.
„Wir könnten teilen", schlägt er vor. Dieses Grinsen.
Du gleitest ins Becken. Das Wasser ist überraschend warm, fast wie eine Umarmung. Du schwimmst ein paar Züge, tust so, als wäre er Luft. Aber er ist keine Luft. Er ist überall – sein Blick, sein leises Lachen, der Duft nach Chlor und etwas Herberem.
„Und – kommst du öfter her?", fragst du, als du dich neben ihm am Rand abstützt. Absichtlich nah.
„Nur wenn ich nicht schlafen kann." Er dreht den Kopf. Seine Augen sind dunkel und direkt. „Und du bist gerade ziemlich schlecht für meinen Schlaf."
Dein Knie streift seins unter Wasser. Keiner von euch zieht sich zurück. Seine Hand findet deine Hüfte, ganz langsam, als würde er dir Zeit geben, Nein zu sagen. Du sagst nichts. Du rückst näher.
Er zieht dich zu sich, bis du auf seinem Schoß sitzt, die Beine um seine Hüften. Sein Mund streift deinen Hals, heiß und feucht, und du spürst ihn hart unter dir, nur dünner Stoff dazwischen. Deine Finger graben sich in seine Schultern.
„Hier?", flüsterst du.
„Hier." Er schiebt deinen Bikini zur Seite, und als er in dich gleitet, entfährt dir ein Laut, den das Wasser verschluckt. Er bewegt sich langsam, tief, seine Stirn an deiner, sein Atem an deinen Lippen. Das Wasser schwappt leise im Rhythmus eurer Körper.
Du kommst mit seinem Namen auf den Lippen – den du gar nicht kennst. Also stöhnst du einfach, laut und ungeniert, und er folgt dir Sekunden später, die Hände fest an deinen Hüften, ein raues „Fuck" an deinem Ohr.
Stille. Nur euer Atem und das leise Plätschern.
„Ich bin übrigens Luca", murmelt er gegen deine Schläfe.
Du lachst. „Schön, dich kennenzulernen, Luca."
Er grinst. „Gleiche Zeit morgen?"
