Die Lust auf hoher See hat dich schon den ganzen Abend gepackt – nicht wegen des Sonnenuntergangs, der das Meer in flüssiges Gold verwandelt, sondern wegen ihr. Du lehnst an der Reling des Oberdecks, das Cocktailglas beschlägt in deiner Hand, und der warme Wind trägt Salzluft und leises Gelächter von der Poolbar herüber. Lichterketten schaukeln über dem Teakholzboden. Das Schiff wiegt sich träge, als hätte selbst der Ozean heute Abend keine Eile.
Sie steht drei Meter weiter, allein, ein Weinglas zwischen schlanken Fingern. Braunes Haar, vom Wind zerzaust. Ein weißes Sommerkleid, das bei jeder Brise mehr verrät, als es sollte. Als sich eure Blicke treffen, hebt sie eine Augenbraue. „Starrst du mich an oder den Horizont?" Ihr Mundwinkel zuckt.
„Den Horizont natürlich", sagst du. „Du stehst nur leider davor."
Sie lacht – warm, ein bisschen heiser. „Guter Versuch." Sie kommt näher, lehnt sich neben dich an die Reling. Ihr Arm berührt deinen. Absichtlich. „Ich bin Nora."
Ihr redet, neckt euch, trinkt. Nora ist schlagfertig, direkt und riecht nach Sonnencreme und etwas Blumigem. Als das Schiff über eine Welle rollt, greift sie nach deinem Arm. Ihre Finger bleiben dort. „Ich hab eine Kabine mit Balkon", sagt sie, ohne dich anzusehen. „Nur so als Information."
Fünf Minuten später drückst du sie in ihrer Kabine gegen die Glastür zum Balkon. Sie zieht dein Hemd hoch, ihre Nägel fahren über deinen Bauch. Du schiebst ihr Kleid über die Hüften, und darunter – nichts. „Ich hab gesagt, guter Versuch", flüstert sie grinsend. „Das war meiner."
Du gehst vor ihr auf die Knie, küsst ihren Bauch, ihre Innenschenkel. Als deine Zunge sie berührt, stöhnt sie laut auf, greift in dein Haar und zieht dich fester an sich. Du schmeckst Salz und Verlangen. Sie wird laut – herrlich ungeniert.
Dann zieht sie dich hoch, öffnet deine Hose, umschließt dich mit beiden Händen. „Fick mich", sagt sie, direkt und atemlos. Du hebst sie an, sie schlingt die Beine um dich, und als du in sie gleitest, stöhnt ihr beide gegen den Rhythmus der Wellen.
Draußen glitzert der Ozean im Mondlicht. Drinnen wird es lauter, schneller, tiefer. Nora kommt mit einem Schrei, der das Meeresrauschen übertönt, und du folgst ihr Sekunden später, bebend, mit dem Gesicht an ihrem Hals.
Danach liegen sie verschwitzt auf dem schmalen Bett. „Morgen legen wir in Lissabon an", murmelt Nora. „Lust, nicht von Bord zu gehen?"
Du grinst. „Bester Reiseplan, den ich je gehört hab."
