Was Erotik in der Küche wirklich bedeutet, verstehst du erst, als er hinter dir steht. Nicht sofort. Nicht gleich. Zuerst ist da nur der Abend – die Küche deiner kleinen Wohnung, warmes Licht über der Arbeitsplatte, der Duft von Knoblauch und Rosmarin in heißem Olivenöl. Draußen wird es dunkel. Drinnen beschlägt das Fenster über der Spüle.
Er ist zum Kochen gekommen. So war es abgemacht. Ein Freund, vielleicht etwas mehr, seit Wochen dieses Kreisen umeinander. Jetzt steht er an deinem Herd, Ärmel hochgekrempelt, Unterarme, die du nicht anstarren willst und trotzdem anstarrst. Er rührt langsam. Viel zu langsam für eine Soße. Als würde er es genießen, dich warten zu lassen.
Du stellst dich neben ihn, um die Kräuter zu schneiden. Eure Ellbogen berühren sich. Er zieht seinen nicht weg. Du deinen auch nicht. Dein Herzschlag verschiebt sich irgendwohin zwischen Kehle und Unterleib.
„Probier mal." Er hält dir den Holzlöffel hin. Du beugst dich vor, bläst leicht, nimmst die Lippen darum. Sein Blick liegt auf deinem Mund. Nicht kurz. Nicht flüchtig. Er sieht dir zu. Du schluckst, und die Wärme der Soße ist nichts gegen die Hitze, die sich in deinem Bauch ausbreitet.
„Gut?", fragt er. Seine Stimme ist tiefer als vorhin. Du nickst. Worte sind plötzlich überflüssig.
Dann sein Daumen an deinem Mundwinkel. Ein Tropfen Soße. Er wischt ihn nicht weg – er streicht. Langsam, über deine Unterlippe, und du öffnest den Mund einen Hauch weiter, lässt die Spitze seiner Fingerkuppe an deinen Zähnen vorbeigleiten. Er atmet hörbar aus.
Die Herdplatte schaltet er ab, ohne hinzusehen. Dann dreht er dich um, hebt dich auf die Arbeitsplatte, kalt unter deinen Oberschenkeln, und stellt sich zwischen deine Beine. Sein Mund streift deinen Hals, nicht küssend, nur atmend. Du greifst in sein Haar, ziehst ihn näher, und endlich – endlich – legt er seine Lippen auf deine.
Der Kuss ist langsam und tief. Seine Hände schieben sich unter dein Shirt, Finger auf deiner warmen Haut, nach oben, über die Rippen. Du schlägst die Beine um seine Hüften, spürst ihn hart durch den Stoff, und das leise Stöhnen, das dir entweicht, scheint ihn zu brechen.
Er schiebt deinen Rock hoch. Sein Mund wandert tiefer, über dein Schlüsselbein, zwischen deine Brüste, während seine Finger in deinen Slip gleiten und dich dort finden, wo du längst nass bist. Du lehnst den Kopf gegen den Küchenschrank und lässt ihn gewähren – seine Finger in dir, sein Daumen auf deinem Klit, kreisend, geduldig, quälend präzise.
Du kommst mit seinem Namen auf den Lippen, zitternd, die Fersen in seinen Rücken gepresst. Er hält dich. Die Küche riecht nach Rosmarin und nach euch. Das Essen ist kalt. Es ist dir vollkommen egal.
