Das Licht der Stehlampe taucht dein Wohnzimmer in warmes Bernstein. Du hast die Möbel zur Seite geschoben, den Boden freigeräumt, barfuß stehst du auf dem kühlen Holz. Die Musik beginnt – ein tiefer, langsamer Beat, der sich in deinen Brustkorb legt wie eine Hand. Dieses Körpergefühl beim Tanzen hast du lange vermisst. Heute Abend gehörst du nur dir.
Deine Hüften finden den Rhythmus, bevor dein Kopf es erlaubt. Erst ein kaum sichtbares Wiegen, dann eine kreisende Bewegung, die sich anfühlt wie ein Versprechen. Deine Augen schließen sich. Deine Hände gleiten an deinen Seiten hinab, Fingerspitzen über den dünnen Stoff deines Shirts, und du spürst jede einzelne Rippe darunter.
Der Beat wird schwerer, fordernder. Du lässt deine Schultern fallen, rollst sie zurück, und dein Rücken biegt sich in einen langsamen Bogen. Dein Atem geht tiefer. Die Luft auf deiner Haut fühlt sich plötzlich an wie Blicke – als würde jemand zusehen. Du willst, dass jemand zusieht.
Deine Hände wandern höher. Über deinen Bauch, deine Finger spreizen sich über deine Brust, und du spürst, wie deine Brustwarzen hart gegen den Stoff drücken. Ein leises Ausatmen entweicht deinen Lippen. Du drehst dich, langsam, als würdest du dich für ein unsichtbares Publikum enthüllen. Das Shirt rutscht über deine Schulter. Du lässt es geschehen.
Deine Handfläche legt sich flach auf deinen Unterbauch. Dort pulsiert es – heiß, fordernd, im Takt der Musik. Deine Hüften kreisen tiefer, langsamer, und du drückst deine Finger sachte gegen die Naht deiner Hose, genau dort, wo der Stoff am engsten sitzt. Ein Zittern läuft durch deine Oberschenkel.
Du tanzt weiter. Aber jetzt ist jede Bewegung doppeldeutig. Dein Becken stößt kaum merklich nach vorn, deine Hand reibt langsam, rhythmisch, und dein Mund öffnet sich zu einem lautlosen Stöhnen. Der Beat hämmert. Dein Körper hämmert dagegen.
Dann lässt du dich fallen – Knie auf dem Boden, Kopf nach hinten, deine Hand zwischen deinen Beinen, und du kommst so, wie du getanzt hast: langsam, wellenförmig, mit einem tiefen, kehligen Laut, der sich in den letzten Takt der Musik legt.
Stille. Nur dein Atem. Dein Körper summt nach wie eine gezupfte Saite.
