Das Paddel taucht lautlos ein. Ein sanftes Gurgeln, dann Stille. Die Kajakfahrt im Abendlicht war deine Idee gewesen – nach dem heißen Tag einfach raus, einfach aufs Wasser. Der See liegt wie geschmolzenes Kupfer vor dir, die Sonne ein glühender Strich über den Baumwipfeln. Schilf flüstert an den Ufern. Du gleitest in eine Bucht, die du noch nie gesehen hast – versteckt, windstill, abgeschirmt von der Welt.
Dann hörst du das zweite Paddel.
Sie kommt von der anderen Seite der Bucht. Kurze nasse Haare, an die Schläfen geklebt. Ein schlichtes Tanktop, das vom Spritzwasser durchsichtig an ihrem Körper klebt. Du siehst die Konturen ihrer Brüste, die harten Spitzen unter dem nassen Stoff. Sie lächelt – nicht schüchtern, nicht einladend. Einfach ruhig. Als wäre dieser Moment unvermeidlich gewesen.
Eure Kajaks treiben aufeinander zu. Kein Wort. Nur das leise Klacken der Bootswände, als sie sich berühren. Sie legt ihr Paddel quer und streckt eine Hand aus, greift nach dem Bug deines Kajaks, zieht dich näher. Ihre Finger sind kühl und nass. Du spürst ihren Griff bis in den Magen.
„Hier findet uns niemand", sagt sie. Ihre Stimme ist tief, beiläufig, als würde sie über das Wetter sprechen. Aber ihre Augen sagen etwas anderes.
Du beugst dich vor. Die Boote schaukeln. Deine Lippen streifen ihren Hals, dort wo ein Wassertropfen langsam hinunterläuft. Du fängst ihn mit der Zunge auf – salzig, warm. Sie atmet scharf ein. Ihre Hand wandert in deinen Nacken, Finger krallen sich in dein Haar, ziehen dich fester an ihre Haut.
Du schiebst den nassen Stoff von ihrer Schulter. Deine Lippen wandern tiefer, quälend langsam, Zentimeter um Zentimeter. Jeder Kuss ein eigener Satz, den du auf ihre Haut schreibst. Als dein Mund ihre Brust erreicht, stöhnt sie leise – ein Laut, der über das stille Wasser trägt und zwischen den Schilfhalmen verschwindet.
Ihre Hand gleitet unter dein T-Shirt, nasse Finger auf deinem Bauch. Du zitterst. Sie zieht den Stoff hoch, ihre Handfläche flach auf deiner Brust, spürt deinen Herzschlag. „Da", flüstert sie, „genau da."
Die Boote schaukeln stärker. Ihre Finger öffnen deinen Hosenbund unter Wasser, gleiten hinein – langsam, bestimmt. Das kühle Seewasser und ihre warme Hand gleichzeitig. Du keuchst gegen ihre Haut, deine Zähne streifen ihre Schulter, und sie bewegt ihre Finger in einem Rhythmus, der dem leisen Wellenschlag folgt.
Du kommst mit einem Zittern, das durch beide Boote geht. Die Bucht nimmt den Laut auf, schluckt ihn, gibt nichts zurück. Ihre Stirn lehnt an deiner. Ihr Atem vermischt sich. Das Abendlicht wird violett.
Keiner greift zum Paddel. Noch nicht.
