Ich erinnere mich an seinen Geruch, bevor ich mich an sein Gesicht erinnere. Zedernholz und etwas Warmes, Salziges darunter. Es war Donnerstag, kurz nach fünf, und der Aufzug in unserem Bürogebäude war diese erotische Alltagsbegegnung, mit der ich nie gerechnet hätte. Ich schreibe das jetzt auf, weil mein Körper es sonst nicht vergisst und mein Kopf es nicht einordnen kann.
Das Gebäude war schon fast leer. Die Flure hatten dieses gedämpfte Summen, das sie bekommen, wenn die meisten Bildschirme aus sind. Ich drückte den Knopf, die Türen glitten auf, und er stand schon drin. Drittes Stockwerk. Dunkles Hemd, Ärmel hochgekrempelt, Unterarme, die ich sofort anstarrte. Kein Kollege, den ich kannte – wahrscheinlich aus einer anderen Etage. Er nickte. Ich nickte. Die Türen schlossen sich.
Dann blieb der Aufzug stehen. Einfach so. Zwischen dem dritten und siebten Stock, ein leichtes Rucken, dann Stille. Wir sahen uns an. Er lachte leise, ein tiefes, raues Lachen, und sagte nur: Na, das wird interessant.
Die Luft wurde sofort anders. Dichter. Ich lehnte mich an die kühle Stahlwand und spürte, wie mein Puls sich veränderte. Nicht Panik – etwas anderes. Er stand keine zwei Schritte entfernt, und sein Blick wanderte langsam an mir herunter, so offen, dass es sich anfühlte, als würde er mich ausziehen. Ich ließ es zu. Ich wollte es.
Er trat näher. Fragte nichts, sagte nichts. Legte nur seine Hand neben meinen Kopf an die Wand und beugte sich so nah zu mir, dass ich seinen Atem an meinem Hals spürte. Mein Rücken bog sich ihm entgegen, ganz von allein. Seine Lippen streiften mein Ohr, dann meinen Kiefer, dann meinen Mund, und ich griff in sein Hemd und zog ihn an mich.
Er schmeckte nach Kaffee und nach etwas Verbotenem. Seine Hände schoben sich unter meine Bluse, seine Finger heiß auf meiner Haut, und ich stöhnte ihm direkt in den Mund. Er presste sein Becken gegen meines, und ich spürte ihn, hart und drängend, und rieb mich gegen ihn, schamlos, gierig. Seine Hand glitt in meinen Rock, seine Finger fanden mich nass, und er fickte mich mit zwei Fingern, während sein Daumen meinen Klit rieb, bis ich kam – heftig, zitternd, mit seinem Namen auf den Lippen, den ich nicht einmal kannte.
Der Aufzug ruckte wieder an. Siebter Stock. Die Türen öffneten sich. Er trat zurück, leckte sich die Finger ab und lächelte. Dann ging er. Einfach so.
Ich habe ihn seitdem nie wieder gesehen. Aber jeden Donnerstag nehme ich den Aufzug.
