Geheimnisse über den Wolken beginnen mit dem Erlöschen der Anschnallzeichen. Die Kabine liegt im Halbdunkel. Blaues Nachtlicht kriecht über die Sitzreihen. Draußen nichts als schwarzer Himmel und das leise Dröhnen der Turbinen. Die meisten Passagiere schlafen. Decken über Gesichtern. Stille, die vibriert.
Sie sitzt neben dir. Seit dem Boarding habt ihr kein Wort gewechselt. Aber ihre Blicke haben gesprochen. Dunkle Augen unter schweren Lidern. Ein Mund, der sich immer wieder öffnet, als wollte er etwas sagen – und es dann doch schluckt. Ihr Parfum ist warm, rauchig, viel zu nah. Sie trägt ein weites Hemd, das von einer Schulter gerutscht ist. Schlüsselbein wie gemeißelt. Ihre Finger spielen an der Armlehne zwischen euch. Berühren deine Haut. Ziehen sich zurück. Berühren wieder.
Du drehst den Kopf. Sie sieht dich an. Kein Lächeln. Nur Hunger.
Ihre Hand legt sich auf deinen Oberschenkel. Langsam. Bestimmt. Ihre Finger wandern nach oben, drücken sich in den Stoff deiner Hose. Du spürst, wie dein Atem flacher wird. Die Decke, die über deinen Beinen liegt, verbirgt alles. Ihr kleines Geheimnis auf 35.000 Fuß.
Sie beugt sich zu dir. Ihre Lippen streifen dein Ohr. „Nicht bewegen."
Ihre Finger öffnen deinen Knopf. Ziehen den Reißverschluss herunter. Du bist schon hart, als sie dich in die Hand nimmt. Ihr Griff ist fest, warm, rhythmisch. Sie pumpt langsam, quälend langsam, während sie geradeaus starrt, als würde sie einen unsichtbaren Film schauen. Niemand sieht etwas. Niemand ahnt etwas.
Du krallst dich in die Armlehne. Dein Kiefer spannt sich. Sie beschleunigt. Dreht ihr Handgelenk bei jedem Zug. Ihr Daumen gleitet über deine feuchte Spitze, verteilt die Nässe, macht alles glitschig und obscön unter dieser dünnen Decke.
Ein Flugbegleiter geht vorbei. Sie hört nicht auf. Wird sogar schneller. Dein Becken zuckt unwillkürlich nach oben. Du beißt dir auf die Lippe, schmeckst Kupfer. Das Dröhnen der Maschinen verschluckt dein unterdrücktes Stöhnen.
„Komm für mich", flüstert sie. Kaum hörbar. Wie ein Befehl aus einer anderen Welt.
Du kommst. Hart. Lautlos. Dein ganzer Körper spannt sich, während du in ihre Hand pulsierst, Welle um Welle. Sie hält dich fest, bis der letzte Schauer durch dich hindurchgegangen ist. Dann zieht sie ihre Hand zurück, langsam, wischt sie an der Decke ab.
Sie lehnt sich zurück. Schließt die Augen. Als wäre nichts gewesen.
Du starrst aus dem Fenster. Unter euch ein Meer aus Wolken, silbern im Mondlicht. Dein Herz hämmert. Die Anschnallzeichen leuchten wieder auf. Turbulenz. Du lächelst.
Manche Geheimnisse existieren nur zwischen Himmel und Erde.
