Ich erinnere mich noch genau an das Ruckeln. Dieses plötzliche Stoppen, das einem den Magen hochzieht. Mittwochabend, halb acht, und ich bin im Fahrstuhl steckengeblieben – irgendwo zwischen dem fünften und sechsten Stock meines Wohnhauses. Mit ihm.
Er war mir schon aufgefallen. Dritter Stock, die Wohnung gegenüber vom Treppenhaus. Dunkle Locken, die ihm in die Stirn fielen, ein Dreitagebart, der sein Kinn so definiert wirken ließ. Breite Schultern unter einem schlichten schwarzen Shirt. Er roch nach frischer Wäsche und nach etwas Herberem darunter – nach Haut, nach Mann.
Als das Licht flackerte und der Aufzug stoppte, stieß ich einen kurzen Schrei aus. Seine Hand fand sofort meinen Arm. „Alles gut", sagte er. Seine Stimme war tiefer, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ruhig. Die Notbeleuchtung sprang an, tauchte die enge Kabine in warmes Bernstein.
Er drückte den Alarmknopf. Irgendeine Bandansage. Techniker unterwegs, dreißig bis sechzig Minuten. Wir sahen uns an. Und dann lachten wir beide – dieses nervöse, atemlose Lachen, das die Luft zwischen zwei Menschen dünner macht.
Wir setzten uns auf den Boden. Schulter an Schulter, der Rücken gegen die kühle Metallwand. Er erzählte mir seinen Namen. Ich vergaß ihn sofort wieder, weil sein Knie meines berührte und ich an nichts anderes mehr denken konnte.
Irgendwann wurde das Reden leiser. Die Pausen länger. Ich spürte seinen Blick auf meinen Lippen. „Ich hab dich schon oft im Treppenhaus gesehen", flüsterte er. „Jedes Mal wollte ich dich ansprechen."
Ich drehte meinen Kopf. Unsere Nasen fast aneinander. Sein Atem warm auf meiner Haut. Dann küsste er mich – langsam zuerst, tastend, seine Lippen weich und bestimmt zugleich. Ich öffnete meinen Mund, ließ seine Zunge hinein, und ein Stöhnen löste sich aus meiner Kehle.
Seine Hand glitt unter mein Kleid, über meinen Oberschenkel, höher. Meine Beine öffneten sich wie von selbst. Seine Finger fanden den Stoff meines Slips, schoben ihn zur Seite. Ich war schon nass. So verdammt nass. Er rieb über meine Klit, erst sanft, dann kreisend, fester. Ich krallte mich in sein Shirt, presste meinen Hinterkopf gegen die Wand.
„Mehr", keuchte ich. Er schob zwei Finger in mich, langsam, tief. Sein Daumen auf meiner Klit, sein Mund an meinem Hals. Ich fickte mich gegen seine Hand, hemmungslos, das Stöhnen hallte in der kleinen Kabine wider. Er flüsterte mir ins Ohr, wie gut ich mich anfühle, wie sehr er das gewollt habe.
Ich kam hart. Zitternd, mit zusammengepressten Schenkeln um seine Hand. Mein ganzer Körper eine einzige Welle.
Drei Minuten später ruckte der Fahrstuhl an. Die Türen öffneten sich im sechsten Stock. Er stand auf, zog mich hoch, hielt meine Hand fest.
„Meine Wohnung?", fragte er.
Ich nickte. Wir waren noch lange nicht fertig.
