Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich die schwere Holztür aufdrückte und die Hitze mich wie eine Wand traf. Donnerstagabend, kurz vor neun, und ich hatte mir diesen Saunaabend seit Tagen vorgenommen – einfach runterkommen, nichts weiter. Mein Körper war verspannt von der Woche, mein Kopf voll. Die Kabine war fast leer. Fast.
Er saß in der oberen Reihe, ein Handtuch locker über dem Schoß. Breite Schultern, dunkle Haare, die feucht an seinen Schläfen klebten. Sein Gesicht war entspannt, die Augen geschlossen. Schweißperlen liefen seinen Hals hinunter, über die Brust, verschwanden in der schmalen Linie unter seinem Bauchnabel. Ich setzte mich gegenüber, legte mein Handtuch ab und versuchte, nicht hinzustarren. Aber mein Blick rutschte immer wieder zu ihm.
Dann öffnete er die Augen. Sah mich direkt an. Nicht flüchtig – direkt. Sein Mund verzog sich zu einem halben Lächeln, und etwas in meinem Unterleib zog sich zusammen. Ich spürte, wie mir die Hitze nicht mehr nur von den Steinen entgegenschlug.
Nach dem Aufguss standen wir gleichzeitig auf. Unter der Abkühldusche nebeneinander – kaltes Wasser auf heißer Haut. Ich keuchte, er lachte leise. Sein Blick wanderte über meinen nassen Körper, langsam, ohne jede Scham. Und ich ließ ihn. Ich wollte, dass er mich so ansieht.
Im Ruhebereich lagen wir auf benachbarten Liegen, getrennt nur durch einen schmalen Vorhang. Irgendwann schob sich seine Hand hindurch, berührte meinen Oberschenkel. Leicht zuerst, dann fester. Meine Haut brannte unter seinen Fingern. Ich drehte mich zu ihm, zog den Vorhang zur Seite. Sein Handtuch war längst verrutscht, und ich sah, wie sehr er mich wollte.
Ich umfasste ihn, spürte ihn hart und heiß in meiner Hand. Er stöhnte unterdrückt, zog mich auf seine Liege. Seine Finger glitten zwischen meine Beine, fanden mich nass – und nicht vom Duschen. Er rieb mich in kreisenden Bewegungen, während ich meinen Griff verstärkte. Wir bewegten uns rhythmisch, atemlos, die Luft zwischen uns schwer und feucht.
Als ich kam, biss ich mir auf die Lippe, um nicht laut zu werden. Er folgte Sekunden später, zuckte in meiner Hand, heiß und pulsierend. Wir lagen still, Haut an Haut, und ich hörte nur unseren Atem und das leise Rauschen der Dusche nebenan.
Wir haben kein Wort gewechselt. Nicht vorher, nicht nachher. Ich kenne nicht mal seinen Namen. Aber jedes Mal, wenn ich jetzt in die Sauna gehe, suche ich die obere Bank ab.
