Das Treppenhaus riecht nach Sommer und altem Stein. Du kommst von der Arbeit, die Tasche über der Schulter, und das Licht fällt in einem warmen Streifen durch das Fenster zwischen dem zweiten und dritten Stock. Es ist diese Stunde, in der die Bewegung der Körper im Haus zur Ruhe kommt – alle sind angekommen oder noch unterwegs. Nur du nicht. Du bist mittendrin.
Dann hörst du Schritte über dir. Langsam, barfuß auf Beton. Sie kommt die Stufen herunter, eine Etage über dir, und du siehst zuerst ihre Füße, dann ihre Knöchel, dann die losen Hosenbeine einer Leinenhose, die tief auf ihren Hüften sitzt. Kein Oberteil außer einem schmalen Trägertop, das an ihrem Körper klebt. Ihre Haare sind nass, frisch geduscht. Sie trägt einen Müllbeutel in der Hand und sieht dich an, als wäre dein Blick etwas, das sie erwartet hat.
Ihr trefft euch auf dem Absatz. Der Streifen Licht liegt genau zwischen euch. Sie bleibt stehen. Du auch. Der Müllbeutel landet auf der Stufe. Keiner sagt etwas.
Ihr Blick wandert über dein Gesicht, langsam, als würde sie etwas lesen. Du spürst, wie dein Atem flacher wird. Sie hebt die Hand, legt ihre Fingerspitzen an deinen Unterarm, dort wo der Ärmel aufgerollt ist. Nur Fingerspitzen. Die Berührung ist so leicht, dass dein Körper danach schreit, mehr zu spüren.
Du machst einen halben Schritt. Sie weicht nicht zurück. Ihr Rücken berührt die Wand, und du stehst so nah, dass du die Feuchtigkeit ihrer Haut riechen kannst, Seife und Wärme. Deine Hand findet ihre Hüfte, schiebt sich unter den Stoff des Tops, berührt nackte Haut. Sie atmet scharf ein. Ihr Bauch spannt sich unter deinen Fingern.
Ihre Lippen öffnen sich, und du küsst sie, langsam, tief, mit einer Geduld, die dich selbst überrascht. Ihre Zunge findet deine. Ihre Hand greift in dein Haar, zieht dich fester an sich. Du spürst ihre Brustwarzen hart gegen deine Brust, durch den dünnen Stoff.
Dein Knie schiebt sich zwischen ihre Beine. Sie stöhnt leise in deinen Mund, bewegt sich dagegen, reibt sich an dir mit einem Rhythmus, der so langsam ist, dass jede Bewegung ein eigener Atemzug wird. Deine Hand gleitet tiefer, unter den Hosenbund, zwischen ihre Schenkel. Sie ist heiß und nass, und als deine Finger sie finden, zittert ihr ganzer Körper.
Du reibst sie langsam, kreisend, während sie sich an die Wand presst und dein Handgelenk umklammert – nicht um dich zu stoppen, sondern um den Rhythmus zu halten. Genau so. Ihr Stöhnen hallt im Treppenhaus wider, und als sie kommt, beißt sie dir in die Schulter, und du spürst jeden einzelnen Pulsschlag gegen deine Finger.
Danach Stille. Nur euer Atem. Der Lichtstreifen hat sich verschoben. Sie lächelt, nimmt den Müllbeutel und geht weiter nach unten. Du stehst da, das Herz in der Kehle, und weißt, dass du sie morgen wieder hören wirst.
